ADFC plädiert für Radstation am Bahnhof Freiberg

Radfahr-Club wertet Umfrage aus - 82 Prozent der Radler fühlen sich in der mittelsächsischen Kreisstadt unsicher

Freiberg.

Der Freiberger Bahnhof hat das Potenzial für 300 bis 400 Fahrrad-Stellplätze, die gegen Regen, Vandalismus und Diebstahl schützen. Diese Einschätzung trifft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der am Dienstag die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests veröffentlicht hat. Für die bundesweite Erhebung, die alle zwei Jahre erfolgt, waren auch 150 Fragebögen aus Freiberg ausgewertet worden.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht in Mittelsachsens Kreisstadt viele Verbesserungsmöglichkeiten. "In nahezu allen Kriterien hat sich Freiberg verschlechtert." So seien nur 21 Prozent der Umfrageteilnehmer mit den Abstellanlagen für Fahrräder zufrieden. Am Bahnhof würde auch Krause sein Rad nicht gern lassen: "Wer weiß, wie viel davon noch übrig ist, wenn ich nach ein paar Stunden damit wieder nach Hause radeln will?"

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Der Erhebung zufolge fühlen sich 82 Prozent der Freiberger beim Radfahren in der Stadt gefährdet. Kritisiert werden in der Stadt vor allem ein unzureichender Schutz an Baustellen, der Winterdienst und Falschparker auf Radwegen sowie die Enge der Radwege. Krause: "Nur 8 Prozent der Radfahrenden in Freiberg fühlen sich als gleichwertige Verkehrsteilnehmer akzeptiert."

Seit 2014 werde die Förderung des Radverkehrs in Freiberg kontinuierlich schlechter beurteilt. 2016 habe die Stadt noch die Schulnote 3,4 erhalten; aktuell liege der Wert bei 4,7. "Die Leute bewerten, was sie im Alltag sehen", kommentiert der ADFC-Chef. 86 Prozent der Freiberger hätten das Gefühl, dass es beim Radverkehr in Freiberg nicht vorangehe - trotz beispielsweise der Öffnung von Einbahnstraßen und aktuellen Bauplänen an der Leipziger Straße. Mit einer Gesamtbewertung der Fahrradsituation von 4,21 liegt Freiberg bundesweit im hinteren Mittelfeld. Die vergleichbaren sächsischen Städte Hoyerswerda und Bautzen erhielten beispielsweise die Gesamtnoten 3,5 und 3,78. (jan)

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