Älteste neue Azubine der Seniorenheime Freiberg ist 54

31 meist junge Leute absolvieren eine Ausbildung bei den Seniorenheimen Freiberg. Dieses Jahr gibt es ein Novum.

Freiberg.

Er ist schon zu einer guten Tradition geworden: der Azubitag der Seniorenheime Freiberg. Auf der Reichen Zeche und im Beachclub fand jetzt die neunte Auflage der Veranstaltung statt. Dabei begrüßten Geschäftsführer Steffen Köcher und Führungskräfte auch die acht neuen Auszubildenden. Insgesamt absolvieren derzeit 29 angehende Pflegefachkräfte eine direkte oder berufsbegleitende Ausbildung bei den Seniorenheimen. Hinzu kommen zwei Azubis in der Verwaltung und Hauswirtschaft, in der Servicegesellschaft sowie eine junge Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Ein Novum ist, dass die neuen Azubis in der Pflege nicht mehr den Beruf des Altenpflegers erlernen. Vielmehr starten sie in die "generalistische Pflegeausbildung", die sie mit dem Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann beenden. Damit werden sie nicht nur auf eine Tätigkeit in der Altenpflege, sondern auch in Krankenhäusern und Kinderkliniken und -stationen vorbereitet. Die bisherigen jeweiligen Ausbildungen in Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege gibt es nicht mehr. "Ich finde die ursprüngliche Spezialisierung besser, aber man muss sich eben darauf einstellen", so Ute Rehnert, die ins erste Ausbildungsjahr startet.

Zu den neuen Azubis gehören Thoa Uyen Huynh Nguyen aus Ho-Chi-Minh-Stadt (20) und Thi Huong Nguyen (21) aus der Provinz Trà Vinh. Die Vietnamesinnen waren zuvor Au pair in Dresden und bei Hamburg. "Wir wollen gern Pflegefachkraft werden, denn wir mögen ältere Menschen", sagt Thi Huong Nguyen. Zwei der ersten drei Vietnamesen, die 2015 eine Ausbildung bei den Seniorenheimen begannen, haben inzwischen ihr Examen absolviert und arbeiten als Pflegefachkräfte im Haus Johanna. Die dritte wird nach einer Babypause auch als Pflegekraft arbeiten. "Insgesamt sind bei uns acht Mitarbeiter aus Vietnam sowie weitere Mitarbeiter aus mehr als zehn Nationen beschäftigt. Die Bewohner mögen sie, und sie passen gut ins Team", so Köcher.


"Schon Vater gepflegt"

Mit ihren 54 Jahren ist Ute Rehnert aus Falkenberg die älteste neue Azubine bei den Seniorenheimen Freiberg. Die Agraringenieurin hängte ihren ersten Beruf an den Nagel, weil sie mit den Haltungsbedingungen der Tiere nicht einverstanden war, wie sie sagt. "Gemeinsam mit meiner Mutter habe ich jahrelang meinen Vater gepflegt. "Das hat mich geprägt", sagt sie. So entstand die Idee, in der Pflege zu arbeiten. Zuvor war sie ein reichliches Jahr als Pflegehilfskraft bei den Seniorenheimen tätig. "Durch die Hilfsmittel ist die Pflege körperlich einfacher geworden", sagt sie. Das Besondere an der Arbeit mit Senioren sei, "dass die älteren Herrschaften sehr gern aus ihrem Leben erzählen". Übrigens ist Ute Rehnert die jüngere Schwester der Linken-Politikerin Dr. Jana Pinka aus Freiberg. Die Ähnlichkeit ist frappierend. (hh)Foto: Heike Hubricht


"Ich mag ältere Leute"

Vor knapp vier Jahren zog Fatemeh Ghaffari aus dem Iran nach Deutschland, weil ihr Mann schon hier lebte. In Maschhad, einer Stadt im Nordosten des Iran, hat sie Englisch studiert, in Freiberg entschied sie sich für eine Tätigkeit in der Pflege: "Ich mag ältere Leute". Zuerst machte sie ein Orientierungspraktikum im Haus Johanna Rau, später folgte ein Praktikum im Haus Elisabeth, wo sie inzwischen seit einem dreiviertel Jahr als Pflegehilfskraft arbeitet und nun ihre Ausbildung absolvieren wird. "Ich bin sehr netten Leuten begegnet", so die 35-Jährige. Sie meint damit ihre Kollegen ("Wir unterstützen uns gegenseitig") und die Bewohner ("Sie erzählen gern und sind sehr dankbar"). Zudem ist sie froh, dass sie in Ute Rehnert eine gute Freundin gefunden hat. "Und ich finde den Azubitag super, weil wir alle mal zusammenkommen", sagt sie. (hh)Foto: Heike Hubricht


"Kein Tag ist wie der andere"

Zu den alten Hasen unter den Azubis der Seniorenheime Freiberg gehört die 18-jährige Sophie Hilgert. Denn die Freibergerin ist nun bereits im dritten Ausbildungsjahr zur Altenpflegerin. "Es ist eine schöne Arbeit: aufregend und abwechslungsreich", sagt sie. "Kein Tag ist wie der andere, obwohl die Abläufe eigentlich jeden Tag gleich sind. Aber die Bewohner sind immer unterschiedlich drauf." Auch sie ist derzeit im Haus Elisabeth der Seniorenheime tätig. Ihre eine Großmutter sei Altenpflegerin, die andere Krankenschwester. "Beide haben mich darauf vorbereitet, was mich in dem Beruf erwartet." Den Azubitag fand sie sehr schön organisiert. "Wir, die hier zusammen am Tisch sitzen, arbeiten zwar in einem Haus, sehen uns aber durch die Schichten nicht so oft. Hier können wir uns mal austauschen", so Sophie Hilgert. (hh)Foto: Heike Hubricht

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