AfD-Chefin Petry: Freiheit ist nicht grenzenlos

Bei Demos zur Asylpolitik sind in Freiberg bis zu 3000 Menschen auf die Straße gegangen.

FreiberG.

Gegen die Asylpolitik der Bundesregierung haben nach Veranstalterangaben gestern Abend 1800 bis 2000 Menschen auf dem Freiberger Schlossplatz demonstriert. Sie waren dem Aufruf der AfD gefolgt. Deren Bundesvorsitzende Frauke Petry rief die Teilnehmer zum Mut zur politischen Debatte auf. Sie sprach sich gegen Angst vor Repressalien, Anschlägen und Drohungen aus, wie sie AfD-Vertreter in den vergangenen Wochen erlebt hätten. Freiheit sei nicht grenzenlos. Vor einer Einwanderung müsse die Entscheidung des Einwanderungslandes stehen, ob es Einwanderer wolle. Die Politik habe vergessen, wer der Souverän im Land sei.

Frauke Petry sowie AfD-Kreischef René Kaiser erneuerten unter Beifall die Forderung, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse abtreten. Kaiser forderte, dass Ordnung und Gesetz eingehalten werden.

AfD-Kreisrat Heiko Hessenkemper, Professor an der TU Bergakademie, forderte eine "Rückführungskultur" und rief den Zuhörern zu, wenn die Entwicklung so weitergehe, würden ihre Kinder, wenn sie erwachsen sind, die Minderheit im Land sein.

Zur gleichen Zeit zogen laut "No Freigida"-Sprecher Ralph Mädler rund 600 Gegendemonstranten vom Kornhaus zum Untermarkt. Von Tröten und Trommeln begleitete Sprechchöre riefen unter anderem "Nazis raus". Laut Mädler geht das Meinungsbild in der Gesellschaft immer weiter nach rechts. "Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen und den Flüchtlingshelfern den Rücken stärken, die teils schon Angst haben, sich öffentlich zu äußern." "No Freigida" sei ein Bündnis aus Studenten, Flüchtlingshelfern und Vertretern von SPD, Linken und Grünen. Angesichts der AfD-Kundgebung sagte SPD-Landespolitiker Henning Homann: "Integration ist eine Chance für unser Land." Grünen-Landeschef Jürgen Kasek betonte: "Jeder Flüchtling hat das Recht, dass ihm geholfen wird." Für ein weltoffenes Freiberg plädierten bei einer Veranstaltung am Dom vor etwa 300 Zuhörern unter anderen Theater-Intendant Ralf-Peter Schulze, TU-Rektor Klaus-Dieter Barbknecht, Bundestagsmitglied Simone Raatz (SPD) und Landtagsmitglied Jana Pinka (Linke). Eva Abdullah aus Syrien, die an der Bergakademie promoviert hat, dankte Deutschland, dass es Flüchtlinge aufnimmt. Das Wichtigste sei aber, dass der Krieg in ihrer Heimat beendet wird.

Gegen 20.30 Uhr ging die AfD-Demo mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne zu Ende. Es sei eine durchweg friedliche Kundgebung gewesen, resümierten Polizei und Versammlungsbehörde. 100Polizisten waren im Einsatz. (fp)

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1Kommentare
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  • 6
    2
    HolgerLischge
    09.12.2015

    Die Veranstaltung war super und es werden immer mehr, mal sehen wenn das Verbotsverfahren gestartet wird, in dieser Demokratie wird ja jede Gruppierung, Partei oder Bewegung die diesem wunderbaren "demokratischen Rechtsstaat??" gefährlich werden könnte am liebsten aus dem Weg geräumt.



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