AfD und Hotelier plädieren für Bergstadtfest

Stadtratsfraktion und Marko Weilbach sehen die Veranstaltung dieses Jahr als Zeichen zur Überwindung der Coronakrise.

Freiberg.

Soll das Freiberger Bergstadtfest, das in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden kann, Anfang September nachgeholt werden - diese Idee von Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) hat unterschiedliche Reaktionen bei Politikern und Gewerbetreibenden in der Stadt hervorgerufen. In die Befürworter der Verlegungspläne haben sich jetzt auch die AfD-Stadtratsfraktion und Marko Weilbach, Besitzer des Hotels am Obermarkt und der Altstadt-Hotels, eingereiht.

Marko Winter, Fraktionschef der AfD im Freiberger Stadtrat, zeigt sich verwundert, dass aus der Diskussion um das Bergstadtfest ein "politischer Lagerkampf" gemacht worden sei. "Das wird der Komplexität der Entscheidung nicht gerecht." Quer über politische Präferenzen hinweg wollten viele Freiberger und eine Vielzahl Gäste das Fest selbstverständlich feiern, so Winter.

Unstrittig sei, so der Fraktionschef weiter, dass Buchhändler, Frisöre, Optiker oder andere kleine örtliche Gewerbetreibende davon nicht profitierten: "Das Bergstadtfest ausfallen zu lassen, würde denen aber nicht helfen. Die brauchen eher eine Entbürokratisierung." Aber nicht zuletzt brauchen gerade Gastronomen und Hoteliers dringend einen ersten Höhepunkt nach der Krise.

Das bestätigt auch Marko Weilbach: "Das Fest ist ein Hoffnungsträger, um in der jetzigen schwierigen Zeit wieder zur Normalität zurückzukehren." Seine Firma habe seit 2010 durch Übernahme und Sanierung von Hotels den Tourismus der Stadt Freiberg gefördert. "Es gibt mittlerweile viele Stammgäste, welche speziell zum Festwochenende bei uns übernachten." Das Fest schaffe auch Anreize, so der Chef der Freiberger Firma Weiba Immobilienmanagement, "Freiberg mit Freunden und Bekannten auch außerhalb solcher Festlichkeiten im laufenden Jahr zu besuchen". Gästen von außerhalb werde näher gebracht, wie schön sich die Stadt entwickelt habe. Als Parteiloser lasse er die Frage offen, so Weilbach, welchem Zweck die Debatten über das Bergstadtfest dienten: "Dem Ansehen der Stadt auf keinen Fall."

Für die AfD im Freiberger Stadtrat ergänzt Vize-Fraktionschef Ronny Mildner, dass bei der Diskussion nicht vergessen werden sollte, dass viele Schausteller, Imbissbudenbetreiber und Händler im Land ihren Lebensunterhalt mit Volksfesten verdienen würden. "Wenn wir diese über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen jetzt mutwillig zerstören, dann können wir wahrscheinlich auch in den folgenden Jahren Feste dieser Art vergessen", urteilt Mildner. (jan)

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