AG Rad will sich auch für Fußgänger stark machen

Es soll nicht nur bei einer Umbenennung bleiben. Die Aktivisten haben schon einige neuralgische Punkte auf dem Plan. Und sie suchen Mitstreiter.

Freiberg.

Der Fototermin ist nicht ungefährlich: Mitglieder der AG Rad haben sich am südlichen Stadtrand von Freiberg an der Grenzstraße postiert, um mit ihren Fahrrädern die stark befahrene B 101 zu überqueren. Sie stehen an einem Trampelpfad, der augenscheinlich rege genutzt wird - die Grenzstraße führt ins Gewerbegebiet Häuersteig und in den Stadtwald mit dem Waldbad. Doch an der Ampelanlage fehlen die Lichtzeichen für Fußgänger; sie regelt nur den Straßenverkehr.

Aus Sicht der Aktivisten ist der Missstand nur einer von vielen, der Fußgänger und Radfahrer zugleich betrifft. Um die Interessen künftig gemeinsam zu vertreten, hat sich die Gruppe, die auch in Kontakt mit der Freiberger Stadtverwaltung steht, in "AG Rad und Fuß" umbenannt und sucht jetzt Mitstreiter. Treff ist jeden letzten Mittwoch im Monat (außer in den Ferien), 17.30 Uhr beim VdK in der Schillerstraße 3.


Reiner Hoffmann (SPD) hat das Thema Grenzstraße bereits im Stadtrat angesprochen. An der Stelle sei kein Übergang für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen, antwortete Baubürgermeister Holger Reuter (CDU). Wenn eine Umrüstung gewünscht werde, müsse die von der Stadt beantragt und bezahlt werden. Der Radweg aus Richtung Waldbad sei bis zur Gaststätte "Letzter 3er" geführt worden, dort könnten Radfahrer und Fußgänger auf die andere Seite der Bundesstraße 101 wechseln.

Der Umweg dafür betrage gut 400 Meter, hat Thomas Oppermann ermittelt. Und ist aus Sicht von Reiner Hoffmann keineswegs sicherer. "Vor dem Lokal hat man in Richtung Stadt etwa 50 Meter Sicht", erklärt der 78-Jährige, "bei dem Tempo, mit dem die Autos hier fahren, bleiben da ganze zwei Sekunden für den Weg über die Straße." Er sei selbst schon beinahe in einen Unfall verwickelt worden.

Der Verkehrsentwicklungsplan 2030 der Stadt Freiberg biete gute Ansätze, urteilt Reimund Götze als Sprecher der erweiterten Gruppe: "Aber sie müssen auch umgesetzt werden." Als neuralgische Punkte für Fußgänger und Radfahrer nennt der Kleinwaltersdorfer beispielsweise die Überquerung des Donatsrings an der Himmelfahrtsgasse, den Weg vom Bahnhof zum Einkaufszentrum am Bahnhof und die fehlende Fußgängerampel über die Annaberger Straße am Bebelplatz. Volker Didzioneit wünscht sich Radfahrschutzstreifen auf allen Hauptstraßen Freibergs. Er kann dafür auch im Stadtrat werben - mit 1139 Stimmen wurde er im Mai für die Grünen gewählt.

Schreiben Sie uns: Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer in Freiberg? Per Post an die "Freie Presse"-Lokalredaktion, Kirchgässchen 1 in 09599 Freiberg oder per Mail an:

red.freiberg@freiepresse.de

 

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