Agrarbetrieb schafft 300 Kühe ab

Bockendorf und andere Mittelsachsen geben auf

Die Agrargenossenschaft Bockendorf gibt die Milchproduktion auf. Damit steht sie in Mittelsachsen nicht alleine da. Auch in der Freiberger Region schaffe dieses Jahr ein Betrieb seine 200 Kühe ab, sagt Gunther Zschommler, Vorstandsmitglied im Sächsischen Landesbauernverband. "Uns ist klar, dass wir mit einer Tradition brechen", sagt der Bockendorfer Agrar-Chef Maximilian von Oer. Doch: Der Milchmarkt gebe den Preis vor und der liege derzeit bei 30,5 Cent pro Liter. Monatlich musste er Umsatzverlust im fünfstelligen Bereich verkraften. "Wir haben versucht, uns gesund zu schrumpfen, Ställe umgebaut und einen Melkstand geschlossen", berichtet er. Die ursprünglich 380Kühe seien auf 300 abgebaut worden. Nun wird ein Teil geschlachtet, ein Teil verkauft. Ein weiterer Grund sei der Fachkräftemangel. Laut Zschommler hätten 2017 zwei Betriebe mit insgesamt 800 Kühen im Raum Döbeln die Milchproduktion eingestellt, im Raum Mittweida waren es drei weitere Betriebe mit insgesamt 550 Kühen in den letzten Jahren. "Freie Presse" fragte bei einigen nach den Gründen, öffentlich äußern wollte sich niemand. Zschommler rechnet damit, dass noch mehr Betriebe ihren Bestand reduzieren. (ug)

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