Aldi zieht zurück - Oederaner Stanze wieder leer

Die Einzelhandelskette eröffnet ihre Filiale an der Freiberger Straße. Für Bewohner der Innenstadt bedeutet das: Der Weg für tägliche Einkäufe wird wieder länger.

Oederan.

Die vier berühmten blauen Buchstaben leuchten seit einigen Tagen in der Dunkelheit; so richtig Leben zieht in den neuen Supermarkt der Aldi-Kette aber erst am Samstag ein. Morgens um sieben öffnet der Lebensmitteldiscounter seinen neugebauten Markt an der Stelle, an der bis Februar noch die alte Aldi-Filiale stand.

Seit Juli 2017 realisiert Aldi-Nord das größte Projekt seiner Geschichte. Allein in Deutschland werden mehr als 2300 Märkte modernisiert. Die Gesamtsumme für den Umbau der Märkte - auch im Ausland werden alle Filialen modernisiert - beträgt mehr als 5 Milliarden Euro. Der neue Markt in Oederan, der direkt neben der ebenfalls modernisierten Edeka-Filiale steht, hat eine Verkaufsfläche von circa 1100 Quadratmetern. Unter anderem durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und eine Wärmeverbundanlage kommt der Neubau komplett ohne die Nutzung fossiler Energieträger aus.

Während sich die Kunden aus Oederan und der weiteren Umgebung also über einen neuen und modernen Einkaufsmarkt freuen können, bedauern insbesondere die Bewohner der Oederaner Innenstadt, dass im Einkaufspark "Zur Stanze" nun die größte Ladenfläche verwaist. Die rund 840 Quadratmeter standen seit dem Umzug von Edeka an die Freiberger Straße vor drei Jahren leer. Aldi hatte die Räume seit Februar dieses Jahres als Übergangsdomizil genutzt. "Das hat die ganze Innenstadt belebt", sagt Claudia Stowasser. Sie bietet im 1998 eröffneten Einkaufspark in einem kleinem Geschäft unter anderem Grafik- und Druckservice an.

"Wir haben in den vergangenen Monaten gemerkt, wie sehr eine Einkaufsmöglichkeit in der Nähe der Altstadt nicht nur den Bewohnern der umliegenden Häuser hilft. Sie lockt auch mehr Leute in die Stadt." Auch die Geschäfte im Einkaufspark hätten vom Aldi-Gastspiel profitiert, sagt Stowasser.

Jaqueline Ufer bestätigt das. Sie arbeitet in der "Bauernstube" im Einkaufspark. "Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr viel mehr Laufkundschaft. Es wäre schön und wichtig für alle Gewerbetreibenden in der Stadt, wenn schnell eine Lösung für die wieder leerstehenden Räume gefunden würde."

Doch danach sieht es im Moment nicht aus. Die sogar bei einem Ideenwettbewerb preisgekrönte Idee, einen Regiomarkt mit Produkten aus der näheren Umgebung einzurichten, scheiterte am mangelnden Interesse der potenziellen Anbieter. Auch der Plan, den Sonderpostenmarkt Wreesmann anzusiedeln, scheiterte. Der Bauausschuss legte sein Veto gegen eine geplanten Verkaufsfläche auf dem Parkdeck im Außenbereich ein. Wie es nun weitergeht, ist offen.

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