Alter Bahnhof wird zum Brauhaus

Die Eröffnung des Lokals im Herzen von Halsbrücke verzögert sich zwar. Aber am Himmelfahrtstag zeigte sich schon das große Potenzial der Idee.

Halsbrücke.

Die Vermutung ist naheliegend, dass beim letzten Mal, als rund um den ehemaligen Bahnhof Halsbrücke so viel los war wie am diesjährigen Himmelfahrtstag, hier noch regelmäßig Züge hielten. Und das ist schon eine ganze Weile her, denn bereits 1993 wurde die Strecke stillgelegt, die Halsbrücke mit Freiberg verband. Das ehemalige Bahnhofsgelände von 1890 ist nun seit dem letzten November als neues Gewerbegebiet eröffnet worden.

Der Bahnhof selbst mit seinem Güterboden und dem Schaffnerhaus wird bei der Weiterentwicklung des Areals eine ganz besondere Rolle spielen. Ronny Erfurt, Geschäftsführer des Freiberger Planungsbüros "phase 10", hatte die Idee, daraus einen gastronomischen Betrieb zu machen. Seit Jahren gibt es nichts dergleichen in Halsbrücke. Es entsteht das "Brauhaus am Bahnhof", kurz BAB. Ein eigenes Bier gleichen Namens wurde bereits von dem erfahrenen Brauer Konstantin Kopahnke kreiert. Dass es noch in einer Berliner Brauerei hergestellt und abgefüllt wird statt im Halsbrücker Bahnhof, hat mehrere Gründe. Ebenso wie der Umstand, dass man mit den Arbeiten am Gebäude längst nicht so weit ist, wie man sich zunächst erhoffte.


"Unser eigentlich favorisierter Eröffnungstermin im September ist leider nicht zu halten", bedauert Johanna Erfurt, zuständig für das Marketing des Planungsbüros. Der Winter spiele bei den Verzögerungen eine Rolle. Dennoch ist einiges schon geschehen. So wurden in den Schaffnerräumen die Dielen und Zwischenböden entfernt und somit erste Vorbereitungen dafür getroffen, dass hier einmal die Brauanlage ihren Platz findet. Diese ist ein weiterer Grund für den Aufschub. "Wir haben eine ganz tolle Anlage gefunden, doch bekommen wir die nicht vor Januar oder Februar des kommenden Jahres", erklärt die Marketingchefin. Dann allerdings soll alles sehr schnell gehen. "Wenn im März die Sonne wieder oben steht, werden wir eröffnen", verspricht Ronny Erfurt. Alle Fördermittel, die beantragt wurden, seien bewilligt. Nur die Baugenehmigung fehle noch. "Die steht nun aber kurz bevor", so Johanna Erfurt.

Wie sehr ein solches Lokal mit Biergarten und Speisen in Halsbrücke fehlt, konnte man am gestrigen Himmelfahrtstag erleben. Um die Mittagszeit sind hunderte Leute hier, lassen sich Gegrilltes schmecken und natürlich das Bier. "So etwas braucht der Ort", sagt Hanka Leupold aus Krummenhennersdorf. "Großartig, dass es das wieder geben wird." Und Helga Stiller aus Freiberg sieht noch einen anderen positiven Aspekt. "Es ist doch schön, dass damit auch das Bahnhofsgebäude erhalten bleibt", meint sie.

Frank Hein hat sich zum Männertag als sächsischer Grenadier gewandet. Er genießt den Spaß und das neue Bier. Wie er wurden unzählige Gäste fast magnetisch von dem künftigen Brauhaus angezogen, das damit seine erste Probe schon einmal bestanden hat. Er hätte selbst nicht gedacht, gesteht Ronny Erfurt, dass so viele kommen würden. Eine bessere Bestätigung dafür, dass er mit seiner Idee richtig liegt, konnte er sich kaum wünschen.

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