Amtsinhaber stellt seine Visionen vor

Wahlen 2019: Schnelles Internet, Straßen, Schulen: Andreas Beger (CDU) stellte sich vor der Bürgermeisterwahl den Fragen von Einwohnern. Manche Antwort überraschte.

Hetzdorf.

Wie soll es in der 5100- Einwohner-Gemeinde Halsbrücke in den nächsten sieben Jahren weitergehen? Darum ist es am Donnerstagabend beim Wahlstammtisch mit Bürgermeister Andreas Beger (CDU) in der Eisdiele Kodym in Hetzdorf gegangen. Auf Einladung der "Freien Presse" diskutieren die Bürger in der lockeren Gesprächsrunde, die von Redakteur Steffen Jankowski moderiert wurde, über Straßen, Breitbandausbau und Hetzdorfs Ortszentrum. Beger ist der einzige Bürgermeister-Kandidat, der am 1.September in Halsbrücke auf dem Stimmzettel steht. Zudem wirbt seit Dienstag Tino Kluge für die AfD darum, dass sein Name auf den Stimmzettel geschrieben wird. "Freie Presse" stellt Schwerpunkte aus dem Gespräch in Hetzdorf vor.

Straßenbau: Kontinuierlich sanierte die Gemeinde laut Beger Straßen und setzte sich für deren Instandsetzung ein. Als Beispiel nannte er den Ausbau der Alten Meißner Straße und der Straße von Tuttendorf bis Oberschaar durch den Kreis, wobei sich die Kommune um Gehwege und Straßenbeleuchtung kümmerte. Viele kommunale Straßen seien in Ordnung gebracht worden. Das bestätigte der Hetzdorfer Horst Thomas. "Seit 2006 gehören wir zu Halsbrücke. Und seitdem hat sich da sehr viel getan", betonte der 74-Jährige.


Schulen und Kitas: An der Oberschule Halsbrücke entsteht derzeit ein rund 4,5Millionen Euro teurer Erweiterungsbau. Das Land stellt dafür rund 1,56 Millionen Euro Zuschüsse bereit. Hinzu kommen 212.000 Euro Zuschüsse über "Brücken in die Zukunft". "Uns ist es immer wichtig, Fördermittel zu akquirieren", so Beger. Ein Meilenstein sei die Einweihung der Turnhalle an der Oberschule 2014 gewesen. Allerdings beschäftige die Finanzierung des 2,4-Millionen-Projekts ihn noch heute. Der Landesrechnungshof habe die zusätzlichen Ausgaben für die vier statt zwei Umkleidekabinen und die Teeküche moniert. "Dabei loben die Nutzer diese Möglichkeiten", so Beger. Denn wenn eine Klasse zum Sportunterricht kommt und die andere geht, gibt es keine Platzprobleme in den Umkleiden. Das Verfahren laufe noch. Die Prüfer hätten auch kritisiert, dass es für Klima und Lüftung nur ein Angebot gegeben habe; die Kommune solle 7000Euro ans Land zurückzahlen. Nicht zuletzt: Die Kitas seien erweitert worden, die Sanierung der Niederschönaer Kita unterstütze die Kommune 2019 mit 70.000 Euro.

Straßenlampen: In einer Frage ging es um die fehlende Beleuchtung am hinteren Freiberger Weg in Halsbrücke. Dass nicht jede Straße bis zum letzten Haus beleuchtet werden kann, dafür warb Beger um Verständnis. Obwohl die Gemeinde LED-Lampen, Nachtabsenkung und Dimmer nutze, fielen für die 1450Lampen bereits jährlich bis zu 80.000Euro Stromkosten an.

Breitbandausbau: Ob der Breitbandausbau in Halsbrücke ins Stocken gekommen ist, wollte ein Bürger wissen. "Da habe ich gute Nachrichten", so Beger. Am Donnerstag sei der endgültige Förderbescheid des Bundes über rund 2,2Millionen Euro eingegangen. In den nächsten Wochen erwartet Beger die Zusage des Landes. Vor zwei Jahren hatte Halsbrücke den Förderantrag gestellt und seitdem den Eigenanteil von 500.000 Euro "geblockt". "Sobald die Landesmittel bewilligt sind, kann es losgehen", so Beger.

"Neue Mitte" in Hetzdorf: Gemeinsam mit der Klinik am Tharandter Wald und dem Dresdner Architektenbüro Dr. Braun & Barth entwickelte die Gemeinde Pläne zur Neugestaltung des Ortszentrums rund um die Pyramide. Im Vorfeld wurden auch Einwohner befragt. Schließlich will Hetzdorf das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort, das es 1974 erstmals erhielt, 2020 verteidigen. Bei der "Neuen Mitte" geht es konkret darum, den Ortskern im Bereich der Straßen Jägerhorn, Zum Waldblick und Herrndorfer Straße klarer zu strukturieren und aufzuwerten. So sollen beispielsweise gegenüber dem Infopunkt Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Ein Kreisverkehr sei nicht möglich, so Beger auf Anfrage eines Einwohners. Im Konzept sind überdies drei Parkplatz-Zonen vorgesehen. 2020 ist der Waldspielplatz im Plan; das Waldstadion soll 2021 saniert werden.

Aussichtsturm: Langfristig ist am höchsten Punkt der Gemeinde Halsbrücke (410 Meter), am Funkmast in Hetzdorf, ein Aussichtsturm geplant. Er soll Ausblick 410 plus heißen, weil der Turm wahrscheinlich von Jahr zu Jahr höher wird, falls Spender den Weiterbau finanzieren.

Wirtschaft: Als einen Leuchtturm nannte Beger dass Unternehmen Saxonia Edelmetalle, das in Halsbrücke einen Neubau errichtet hat. Das gesamte Genehmigungsprozedere dafür habe 2,5Jahre gedauert. Das Gewerbegebiet Schwarze Kiefer solle erweitert werden. Damit reagiere man auf Anfragen dort ansässiger Unternehmen.

Schulden: Die Gemeinde trug ihren Schuldenberg ab. Nach der Eingemeindung von Niederschöna 2006 stand die Kommune mit über 10 Millionen Euro in der Kreide, wovon sie selbst 4,1 Millionen Euro schultern musste. Alt-Landrat Volker Uhlig (CDU) habe damals gewitzelt: "Wo gibt es für 4,1Millionen Euro einen so schönen Fleck?" Beger: "Und inzwischen liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 14 Euro - trotz großer Investitionen."

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