Angeklagter gesteht und darf sich nun bewähren

Ein 52-Jähriger verbreitet Bilder junger Mädchen im Internet und speichert sie

Freiberg.

Ein Jahr Freiheitsstrafe - das ist das Urteil des hiesigen Amtsgerichtes gegen einen 52-Jährigen, der im Freiberger Umland lebt. Der Vorsitzende Richter Christoph Specht setzte in Übereinstimmung mit dem Staatsanwalt, die Strafe für zwei Jahre zur Bewährung aus. Der Verurteilte wird einem Bewährungshelfer unterstellt und erhielt die Auflage, innerhalb von sechs Monaten einen Geldbetrag von insgesamt 1800 Euro zugunsten des sächsischen Kinderschutzbundes zu zahlen. Er soll sich außerdem einer geeigneten Therapie unterziehen.

Die ihm gegebene Chance, sich zu bewähren und so dem Strafvollzug zu entgehen, begründeten Gericht und Staatsanwalt mit der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten, mit der langen Zeit von den Taten bis zur Verhandlung und mit seinem Geständnis. Das Urteil ist noch nicht in Kraft, der Verurteilte kann innerhalb einer Woche Rechtsmittel dagegen einlegen.

Nach seinem weit gehenden Geständnis, das er unter Ausschluss der Öffentlichkeit ablegen durfte, stand für den Vertreter der Anklagebehörde und für das Gericht zweifelsfrei fest, dass er sich des Verbreitens kinderpornografischer Schriften in vier Fällen und des Besitzes derartigen Materials in einem Fall schuldig gemacht hat. Zwar habe er versucht, sich in manchen Details heraus zu reden, so der Vorsitzende, jedoch letztlich die wesentlichen Fakten zugegeben.

Wie ein Sachverständiger berichtete, hat er zwischen Oktober 2015 und März 2017 über einen Internet-Nachrichtendienst mehr als 100 Fotos von Mädchen im Alter von unter 14 Jahren und zahlreiche Bilder von etwa gleich alten oder jüngeren Mädchen an andere Nutzer weiter gegeben. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im Jahre 2018 wurden auf mehreren Computern und Festplatten ebensolche gespeicherten Dateien entdeckt.

Am Ende der Verhandlung zeigte sich der Angeklagte reumütig. Es tue ihm Leid, sagte er. Vor allem sei er froh, das die ganze Sache nun vorbei ist.

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