Anklage: Mann soll Mädchen missbraucht haben

Die Vorwürfe gegen einen 50-Jährigen wogen schwer. Doch nicht alle Taten konnten ihm nicht nachgewiesen werden.

Freiberg.

Das Amtsgericht hat einen 50-jährigen Mann aus der Freiberger Region der Entziehung einer Minderjährigen schuldig gesprochen und ihn zu 130 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Einbezogen wurde ein im vorigen Jahr wegen Körperverletzung gegen ihn erlassener, aber noch nicht beglichener Strafbefehl. Ob er die Summe von 2600 Euro jemals wird aufbringen können, ist aufgrund seines geringen Einkommens und vorhandener Schulden fraglich.

Mit der Strafe ist der Angeklagte gut davongekommen. Staatsanwalt Sebastian Hertwig hatte ihm ursprünglich einen weiteren Fall der Entziehung einer Minderjährigen und zwei noch schwerer wiegende Straftaten - und zwar den sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen - vorgeworfen. Diese Taten konnten dem 50-Jährigen allerdings nicht bewiesen werden.


Der Angeklagte hatte in der Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 24. März 2017 ein damals 14-jähriges Mädchen in seiner Wohnung aufgenommen. Deren Vater, selbst angeblich mit der Erziehung überfordert, soll sie ihm in Obhut gegeben haben, damit sie regelmäßig in die Schule gehen und ein ordentliches Leben führen könne. Doch das erwies sich als Trugschluss. Es soll, wie es in der Anklage hieß, zu einem sexuellen Verhältnis der Beiden und einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zwischen ihnen gekommen sein. Die entscheidenden Fragen waren, ob dieser bereits vor dem 14. Lebensjahr des Mädchens stattgefunden hatte. Außerdem spielte eine Rolle, ob dies geschah, während sie bei dem Mann wohnte.

Eine exakte Antwort gab es nicht. Der 50-Jährige erklärte vor Gericht, er habe sich mit dem Mädchen verlobt und Ringe mit ihr getauscht. Das Mädchen konnte derweil nicht einmal erklären, worin der Sinn einer Verlobung besteht und gab an, einen Ring als Weihnachtsgeschenk von ihm erhalten, ihn aber weggeworfen zu haben. Sie räumte mehrmaligen Geschlechtsverkehr mit ihm ein, wusste allerdings nicht wann.

Am 24. März 2017 wurde das Mädchen in die Obhut des Jugendamtes genommen und in ein Heim eingewiesen. Von dort riss sie aus und kehrte zu dem Angeklagten zurück. Auf Nachfrage der Polizei behauptete jener, sie sei nicht bei ihm, er kenne auch nicht ihren derzeitigem Aufenthaltsort. Für diese Falschauskunft wurde er nun bestraft. Seine Aussagen, die der 14-Jährigen, einer Vertreterin des Jugendamtes und weiterer Zeugen führten nicht zum Beweis der anderen angeklagten Taten.

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