Arbeiten an Gasleitung verunsichern Brand-Erbisdorfer

Die Bundesstraße 101 ist in der Bergstadt halbseitig gesperrt, weil die Gasleitung ausgetauscht wird. Anwohnern ist das unverständlich. Erst 2009 kamen neue Rohre in den Boden, sagen sie und fragen: Warum nun wieder?

Brand-Erbisdorf.

In der Bergstadt brauchen Autofahrer gegenwärtig vor allem während des Berufsverkehrs Geduld. Bis voraussichtlich Ende Juli lässt der Energieversorger Eins Energie seine Erdgasleitung von der Kreuzung Wettinstraße bis Höhe der Freiberger Straße 6 erneuern. Die Leitung sei rund 30 Jahre alt, ließ der Versorger vor Beginn der Arbeiten mitteilen.

Das allerdings zweifelt Anwohner Matthias Dietrich an. Während der Lesersprechstunde der "Freien Presse" am Donnerstag in Brand-Erbisdorf wandte er sich an die Redaktion. Erst im Sommer 2009 sei innerhalb der Sanierung der Bundesstraße in demselben Bereich unter anderem eine neue Gasleitung verlegt worden, sagt er. Wie andere Anwohner sei er beunruhigt, da auch im Dezember 2016 der betreffende Straßenabschnitt teilweise aufgebrochen worden war - damals hatten Anlieger Gasgeruch wahrgenommen und den Versorger benachrichtigt. "Warum wird die Leitung nun wieder ausgewechselt, ist 2009 vielleicht ein falsches Material für die Gasleitung verwendet worden?", fragt Matthias Dietrich nun.

Beim Energieversorger Eins kann man die Sicherheitsbedenken verstehen, wie Sprecher Christian Stelzmann gestern erklärte. "Während der Straßensanierung 2009 wurde die Gasleitung in dem Bereich überprüft und mit einem Kunststoff umhüllt", sagt der Sprecher. Die Rohre seien damals knapp 20 Jahre alt gewesen. "Solche Leitungen halten in der Regel länger als 30 Jahre", sagt Stelzmann. Nun habe es jedoch Ende vergangenen Jahres Hinweise auf Gasgeruch und somit auf eine Störung gegeben. Techniker hätten daraufhin die Leitung erneut überprüft und eine undichte Stelle ausgebessert.

"Bei derartigen Feststellungen muss aber schnell gehandelt werden. Es wurden Investmittel eingestellt, um die Leitung auszutauschen. Das passiert gerade", erläutert der Sprecher. Der kommunale Energiedienstleister investiert nach eigener Aussage rund 50.000 Euro in die Arbeiten. Während der Baumaßnahme würden rund 100 Meter Erdgasleitung aus Polyethylen erneuert. Die neuen Rohre haben laut Eins einen Durchmesser von 12,5 Zentimetern und ersetzen nun die alte Leitung. Zudem werden acht Hausanschlüsse neu verlegt.

Die ersten drei Wochen der Bauzeit ist die Straße laut Stelzmann halbseitig gesperrt, der Verkehr in Richtung Großhartmannsdorf führt an der Baustelle vorbei. Danach werde die Bundesstraße voll gesperrt. Ausgeführt werden die Bauarbeiten demnach von der Firma Streicher aus Freiberg.

Die Umleitung des Verkehrs führt derzeit in Richtung Freiberg über Bahnhof-, Zuger-, Wettinstraße. Beim Einbau der Asphaltdecke werde die Umleitung in Richtung Annaberg/St. Michaelis/Berthelsdorf über die Turner-, Jahn-, St. Michaeliser- und Wiesenstraße ausgeschildert. Im Kreuzungsbereich St. Michaeliser-, Jahn-, Straße des Friedens soll in dieser Zeit eine Ampelanlage den Verkehr regeln.

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