Auf das "Dach" des Landkreises

Herbstliche Wälder laden ein, die Wanderschuhe zu schnüren. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Eine Runde von Neuhausen aus.

Neuhausen.

Wer sich vornimmt, mal am höchsten Punkt Mittelsachsens zu stehen, hat ein Problem. Der liegt in einem sehr unwegsamen Gebiet auf 850 Metern direkt an der tschechischen Grenze. Allerdings kann man der Höhe auf wunderbaren Wanderwegen sehr nahe kommen. Idealer Startpunkt sind die Parkplätze am Bahnhof Neuhausen, der allerdings nur noch selten von Zügen angesteuert wird.

Vorbei am Nussknackermuseum geht die Tour nach Osten in die welligen Ausläufer des Kernortes über den Neuwernsdorfer Weg. Die noch schmale Flöha ist im Tal nur zu erahnen. Umso imposanter ist die Staumauer der Talsperre Rauschenbach. Nach dem Pflege- und Behindertenzentrum beginnt der Aufstieg Richtung Grenze.

Niemand muss sich vor 250 Höhenmetern fürchten, weil der Rauschenflussweg, der grün markiert ist, allmählich verläuft. Einmal ist keine Brücke vorgesehen. Der Weg verläuft durch eine Art flache Furth, die jeder schafft. Am Höhenweg biegen die Wanderer nach rechts ab. Der Blick über Wälder und Berge ist sehr angenehm. Wer die Ausschilderung zum Kohlberg bemerkt, kann hier einen Abstecher machen, weil das mit 837 Metern der höchste benannte Punkt in Mittelsachsen ist. Ein weiteres Abweichen lohnt sich später nach links, wo sich am Göhrener Tor einst ein historischer Übergang von Sachsen nach Böhmen befand und heute noch Wanderer die Grenze bequem überqueren.

Zurück auf dem Hauptweg kommt bald der Kluge-Hübel in Sicht. Hier wird an den Revierförster Helmut Kluge erinnert (siehe Kasten). Auch dort auf 834 Metern über dem Meer wartet ein gepflegter Rastplatz auf die Wanderer. Am Hübel kann man sich auf dem "Dach" des Landkreises fühlen. Um nun weiter nach Bad Einsiedel zu kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer nicht der Ausschilderung folgt und schon am Heuflügel abbiegt, stößt auf die Baustelle der neuen Erdgastrasse Eugal. Wenn man sich nach links wendet, gibt es jedoch einen Übergang.

Der Waldgasthof Bad Einsiedel bietet eine ideale Möglichkeit, sich für den Rest der Tour zu stärken. Auf beiden Seiten der Gaststätte kann man sich auf Pfaden in den Wald wagen und stößt schnell auf den direkten Weg nach Neuhausen. Ab jetzt geht es immer weiter bergab. Bald werden die Ausläufer des Zielortes erreicht. Schöne Blicke sind Richtung Schwartenberg mit seiner markanten Baude möglich. Schon in Neuhausen nach einem kleinen Linksschwenk kann man noch einmal wunderbar auf Schloss Purschenstein schauen. So geht die Runde zu Ende.

"Freie Presse" bietet eine Karteonline an, in der alle erschienenen Wandertouren vorgestellt werden: www.freiepresse.de/wanderlust

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