Auf dem Weg nach Cämmerswalde

Herbstliche Wälder laden dazu ein, die Wanderschuhe zu schnüren. "Freie Presse" stellt Touren vor. Heute: Zwischen Freiberger Mulde und Talsperre Rauschenbach.

Rechenberg-Bienenmühle/Neuhausen.

Das Tal der noch schmalen Freiberger Mulde eignet sich wunderbar als Startpunkt einer Wanderung. Zum einen hält hier mehrfach der Zug der Freiberger Eisenbahngesellschaft. Andererseits kann man in den Ortschaften bequem parken. So ist es auch am Markt in Rechenberg. Nach einem Stück entlang der Bahn folgen die Spaziergänger der gelben Wegmarkierung entlang des Trostgrundes. Bald muss nach rechts abgezweigt werden. Hier kann es nach Regen sehr feucht werden, weil der schmale Weg mit Gras bewachsen ist. Entschädigt wird man durch einen Naturlehrpfad, an dem die Bäume durch informative Tafeln näher beschrieben werden. Auf dem nächsten Hauptweg geht es nach links weiter bergan und tiefer in den Ringelwald hinein. Ab jetzt gilt, dass viele Wege nach Deutschgeorgen-thal führen und auch ausgeschildert sind.

Bereits im Ort biegen die Wanderer - genau gegenüber vom Grenzübergang nach Tschechien - rechts ab und laufen über einen Wiesenweg weiter. Man kann Blicke hinüber ins Nachbarland genießen. Bald kommt auch die Talsperre Rauschenbach in Sicht, eine Anstauung des Flusses Flöha kurz nach dem Grenzübertritt. Nahe an Cämmerswalde geht es nach links parallel zur Ortschaft weiter. Quasi geradeaus ist Neuhausen und der Schwartenberg mit seiner markanten Baude zu sehen. Wer genau hinsieht, kann auch Schloss Purschenstein in Neuhausen erkennen. Die Route verläuft weiter zum Flugzeugmuseum. Nach einer möglichen Besichtigung durchqueren die Leute auf Schusters Rappen den Ort Cämmerswalde entlang der Hauptstraße. Ein Stück nach der Kirche führt die Tour nach links und biegt danach rechts über die Felder ab. Es geht leicht aufwärts bis zu einer Kreisstraße.

Ab jetzt ist der Weg blau markiert. Nach den Häusern vom Waldeck muss man aufpassen, dass der Pfad nicht verloren wird. Akustische Orientierung gibt eventuell der Fahrverkehr der Staatsstraße, die als nächstes zu überqueren ist. Wenige letzte Höhenmeter später öffnet sich der Wald und gibt die schöne Aussicht auf Rechenberg frei. Der Weg verläuft im spitzen Winkel zurück zum Ausgangspunkt. Die letzten Meter führen durch den schmucken Ort über die Goldene Höhe. Nach der Überquerung der Mulde kann man einen Blick auf den imposanten Felsen mit der Burgruine werfen und so die Runde ausklingen lassen.


Südöstlichste Gemeinde

Rechenberg-Bienenmühle ist die südöstlichste Gemeinde von Mittelsachsen. Die beiden namensgebenden Ortsteile im Tal der Freiberger Mulde schlossen sich bereits 1925 zusammen. Clausnitz und Holzhau kamen 1994 dazu. In der Gemeinde wohnen auf einer Fläche von 53 Quadratkilometern knapp 2000 Leute.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 15,8 Kilometer. Start und Ziel: Markt in Rechenberg. Gesamtanstieg: circa 320 Höhenmeter. Höchster Punkt: 742Meter über dem Meeresspiegel am Georgenthaler Weg im Ringelwald; Tiefster Punkt: 570 Meter an der Freiberger Mulde kurz vorm Ziel.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 52-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. (jz)


Drei Fluggeräte im Museum

Im Flugzeugmuseum Cämmerswalde stehen gleich drei Fluggeräte, die auch besichtigt werden können. Die IL-14 der DDR-Fluggesellschaft Interflug kam schon 1973 in das Örtchen. In ihrer aktiven Zeit bot sie 32 Passagieren Platz. Die Mitflieger saßen sich, wie heute im Zug, komfortabel in Vierergruppen gegenüber. Das Kampfflugzeug MiG-21 war seit 1968 in verschiedenen Geschwadern im Einsatz und ergänzte 2001 die Ausstellung. Jüngstes Exponat ist ein Mi-2-Hubschrauber, der seit 2006 in Cämmerswalde steht. Er gehörte vorher der sowjetischen Gesellschaft Aeroflot. Um das Gelände und die Gaststätte, in der man seinen Museumsbesuch anmelden sollte, fährt eine kleine Parkeisenbahn. (jz)

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