Auf Schusters Rappen durch die Region

Die flinken Knechte Rechenberg-Bienenmühle gehen wieder auf Wanderschaft. Karin und Lothar Wunderlich, die Organisatoren, möchten viele für die Touren begeistern.

Clausnitz.

Ein heuriger Hase ist Lothar Wunderlich, der Chef Wandergruppe Die flinken Knechte Rechenberg-Bienenmühle, wahrlich nicht mehr auf dem Gebiet des Wanderns. Seit 1991 führt er Gruppen durch die schönsten Gegenden der Region und darüber hinaus. Doch noch heute ist für den 75-Jährigen jede Wanderung eine neue Herausforderung, wie er erzählt.

So setzt er sich immer wieder an seinen Schreibtisch und bereitet akribisch jede Tour vor. Dabei ist die terminliche Abstimmung mit dem sächsischen Wanderkalender zu beachten. Aber auch andere Punkte sind unbedingt zu berücksichtigen. So müssen eine abwechslungsreiche Strecke ausgewählt, die Höhenmeter ausgemessen werden. Landschaftliche Schönheiten sollten ebenso am Weg liegen wie eine gastronomische Einrichtung. Unverzichtbar ist für ihn ein GPS-Gerät. Vor der eigentlichen Tour geht der 75-Jährige die ausgewählte Strecke noch einmal selbst ab.

Rund 15 Wanderungen bietet der Clausnitzer für seine sieben noch verbliebenen "Knechte" der Wandergruppe an. "Von den 20 bis 30 Wanderfreunden, die an jeder von mir organisierten Wanderung teilnehmen, kommen viele aus dem Raum Freiberg und den umliegenden Dörfern", sagt Lothar Wunderlich. Doch auch "wenn neben mir nur ein Mann steht, dann geht es los", so der Wanderleiter.

Für das erste Halbjahr dieses Jahres hat Wunderlich schon seinen Grobplan fertig. Den Startschuss gibt es im März zur traditionellen Frühlingswanderung über 15 Kilometer. Wenige Wochen später geht es zu den Schellenberger Wanderlatschen, mit denen die Flinken Knechte schon seit vielen Jahren eine enge Wanderfreundschaft verbindet. Daran schließt sich das Anwandern am Kammweg in Olbernhau.

Auf den 2. Juni freuen sich die Knechte besonders. Die Wanderung zum Bergwiesenfest in Rechenberg-Bienenmühle ist für sie eines der wenigen Heimspiele. "Wir haben hier in unserer Region fast jede Ecke bewandert, nun sehen wir uns andere Gegenden an." Wir fahren zur Weinwanderung nach Pillnitz oder in den Grillenburger Wald", erzählt Lothar Wunderlich.

Während sich bei dem Wanderführer alles um die technischen Details der Wanderungen dreht, ist Frau Karin für die Werbung verantwortlich. So lässt sie Flyer drucken, kümmerst sich um Fahrgemeinschaften, den Eintrag in das Ortsblatt, fertigt Plakate an oder benachrichtigt "ihre Knechte". Schließlich war die 74-Jährige einmal im Fremdenverkehrsamt der Gemeinde tätig. "Karin ist diejenige, die stets ein Ohr am Dorfleben hat, während ich es eher ruhiger mag. Wir ergänzen uns aber schon seit 55 Jahren, nicht nur beim Wandern", erzählt Lothar Wunderlich schmunzelnd.

Seit 10 Jahren wandert Wolfgang Göhler mit den Flinken Knechten. "Ich freue mich jedes Mal auf diese Wanderungen. Lothar sucht immer wieder interessante Strecken heraus, und bei jeder Wanderung wird viel gelacht. Es geht lustig zu, wie das eben bei Wanderern so sein sollte", sagt der Weißenborner. Er bewundert seine intensive Vorbereitung. "Dass er die Strecken vorher abläuft, nötigt Respekt ab. Wir waren sogar schon in Amerika, natürlich bei Penig", sagt der 71-Jährige.

Ans Aufhören denken die Wunderlichs noch lange nicht, auch wenn der Wanderchef an einen 50-Jährigen denkt, der sein Amt einmal übernehmen könnte. "Man hat es jahrelang gemacht, es ist wie eine Sucht. Noch sind wir fit und sicherlich durch das Wandern fit geblieben. Wenn wir immer einige Mitstreitern finden, denen es gefällt, ist das für uns der schönste Lohn" resümiert Lothar Wunderlich.

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