Auf Wanderschaft mit dem Orgelbauer

Damit Natur- und Kulturfreunde auf den Spuren Silbermanns wandern können, bringt Frauenstein jetzt sein Projekt voran. Dafür ist viel Geld nötig.

Frauenstein.

Frauenstein kann auf touristischem Gebiet - wie man so schön sagt - eigentlich mit seinen Pfunden wuchern. Dazu zählt nicht nur die tolle Erzgebirgslandschaft, in die der Ort eingebettet ist. Dazu zählt auch der in Kleinbobritzsch geborene Instrumentenbauer, der einst Orgeln ihren besonderen Klang verlieh. Gottfried Silbermann lebte von 1683 bis 1753, ist jedoch bis heute unvergessen weit über die Region hinaus. Im Bemühen um einen Silbermannpfad - Frauenstein schmückt sich mit dem Namen Silbermannstadt - gibt es nun Bewegung. Dieser Pfad soll Kultur und Natur verbinden und quasi am Wegesrand auf Besonderes aufmerksam machen.

"Der Koordinierungsausschuss Leader-Region ,Silbernes Erzgebirge' hat einer Förderung zugestimmt. Wir bereiten nun den Antrag vor und werden ihn an den Landkreis senden", erläutert Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos). Der Pfad soll von Kleinbobritzsch aus - vorbei am Geburtshaus des Orgelbauers - über Frauenstein nach Nassau führen und die touristischen Standorte verbinden. So werden ebenso das künftige Frauensteiner Museum am Markt, die Stadtkirche und die Silbermannorgel in der Nassauer Dorfkirche einbezogen. Damit haben Wanderer die Möglichkeit, mehr über das Leben und Wirken des berühmten Orgelbauers zu erfahren.

Aber auch andere touristisch wertvolle Objekte will die Stadt aufnehmen. Nicht zu vergessen sind laut Bürgermeister Picknickmöglichkeiten für die Wanderer wie auch - um den Pfad familienfreundlich zu gestalten - Spielmöglichkeiten. "Der Weg soll an unterschiedlichen Attraktionen vorbeiführen und familienfreundliche, denkmalpflegerische sowie kulturelle Komponenten aufnehmen", erklärte Reiner Hentschel. Das seien beispielsweise die historische Halbmeilensäule in Kleinbobritzsch und die Postmeilensäule am Frauensteiner Markt. Ebenso zählen die Wasserhäuser in Frauenstein, die einst zur Versorgung dienten, dazu. Auch die Weihnachtspyramide auf dem Frauensteiner Markt werde einbezogen.

Wandern die Gäste weiter auf Silbermanns Spuren bis nach Nassau, ist hier ein Abstecher in die Kirche mit ihrer Silbermannorgel ein Muss. Zudem findet sich in der Nähe der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg, das ebenfalls in die Gestaltung des Pfades aufgenommen werden soll.

Und insgesamt drei Wanderpicknickplätze sind für die Rast der Wanderer vorgesehen. So werde einer in Kleinbobritzsch am Sportplatz, ein weiterer in Frauenstein unterhalb des Schlosses und ein dritter am sogenannten kleinen Sportplatz in Nassau entstehen.

Für das gesamte Projekt sollen laut Stadt 170.000 Euro eingesetzt werden. Bei einem angedachten Fördersatz von 80 Prozent muss die Stadt noch etwa 34.000 Euro dafür selbst aufbringen. Die kostenintensivsten Punkte im Vorhaben sind laut Bürgermeister die drei Wanderpicknickplätze. Ihre Realisierung kostet jeweils 35.000 Euro. Mit etwa 18.000 Euro steht die Sanierung des Kriegerdenkmals in Nassau zu Buche, die Postmeilensäule in Frauenstein soll für rund 9000 Euro aufgearbeitet werden, die Halbmeilensäule in Kleinbobritzsch für 2000 Euro, die beiden Wasserhäuser für jeweils 10.000 Euro. Auch die Weihnachtspyramide am Markt der Silbermannstadt könnte im Rahmen des Silbermannpfades eine Kur erhalten, vorgesehen sind dafür ebenfalls 10.000 Euro. Zudem ist nach den Worten des Bürgermeisters ein Betrag von etwa 6000 Euro für Marketing und Ausschilderung des Pfades, der an beliebiger Stelle begonnen und auch wieder verlassen werden kann, nötig.

Die Stadt hofft auf einen Förderbescheid im Herbst, um die Leistungen ausschreiben zu können. Ziel ist es laut Bürgermeister, im nächsten Jahr den Pfad zu verwirklichen.


Beliebige Tourlänge

Der entstehende Silbermannpfad soll Wanderern, Natur- und Kulturfreunden Sehenswürdigkeiten in den Frauensteiner Stadtteilen Kleinbobritzsch, Frauenstein und Nassau nahebringen. Er lässt sich beliebig wandern, kann an verschiedenen Wegepunkten begonnen und verlassen werden. Hinweisschilder sollen den Weg ergänzen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem das Museum, das Geburtshaus Silbermanns, die Nassauer Kirche, Wanderpicknickplätze und mehr. (ar)

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