Aufschlag in der neuen Sporthalle

Anderthalb Jahre lang ist an der Freizeitstätte in Großschirma gebaut worden. Kinder und Vereine finden beste Bedingungen vor. Das freut nicht nur die Tischtennisspieler.

Großschirma.

Blitzschnell schießt der kleine Kunststoffball über das Netz der Tischtennisplatte. Hin und her geschossen wird er von vier Könnern ihres Fachs, die Mitglieder des TuS 1865 Großschirma sind. Während um sie herum Kinder der örtlichen Kindertagesstätte und der Grundschule verschiedene Übungen absolvieren, geben sich die vier Herren ganz ihrem Spiel hin. Dass sie alle, Groß und Klein, daran diesmal besonders viel Freude haben, hat einen Grund. Denn ein Großprojekt der Stadt Großschirma ist, mit minimaler Verzögerung, zu einem guten Abschluss gebracht worden.

Am vergangenen Freitag konnte die neue Sporthalle neben der Grundschule "Friedrich Kaden" von Bürgermeister Volkmar Schreiter eingeweiht werden. Und genau dort powern sich die Tischtennisspieler gerade so richtig aus.

Für 2,7 Millionen Euro ist eine moderne Einfeldhalle mit den Spielfeldmaßen 15 Mal 27 Meter entstanden, die nicht nur für Tischtennis, Schul- und Kindersport geeignet ist, wie Grit Möschke und Simone Göll vom verantwortlichen Ingenieurbüro betonen. "Es ist das kleinste Normspielfeld, das möglich war", so Möschke. "Es kann Basketball gespielt werden, ebenso Volleyball oder Badminton." In den Wintermonaten sind hier zu Trainingszwecken auch Hand- und Fußballer zu finden. Der Boden ist mit massiver Eiche ausgelegt. "Das wird heutzutage eher selten gemacht", sagt Göll. "Vielfach wird auf Linoleum zurückgegriffen."

Weitere Besonderheiten sind das schräge Pultdach, das von zehn Metern an einer Front auf sieben an der anderen abfällt. "Außerdem wurden die Stützen und Fundamente der vorherigen Turnhalle erhalten und genutzt", erklärt Grit Möschke. "Lediglich um drei Meter auf einer und sechs Meter auf einer weiteren Seite wurde ergänzt." Um in den Sommermonaten die Überhitzung der Halle nicht zu fördern, wurde die Glasfassade nach der Nordseite verlegt. Außerdem installierte man ein Belüftungssystem. Für moderne Umkleide- und Sanitärräume wurde ebenfalls Sorge getragen.

Bürgermeister Volkmar Schreiter betont, dass der Zugang nun komplett barrierefrei sei. Insgesamt 22Firmen haben an dem Projekt mitgearbeitet, die Hälfte davon aus Großschirma und der näheren Umgebung, der Rest aus dem weiteren Freistaat. "Alles ist wunderbar gelaufen", freut sich Schreiter. "Und die Arbeiter haben trotz wetterbedingter Widrigkeiten Großartiges geleistet." Von minus 20 Grad bis plus 38Grad sei in den vergangenen anderthalb Jahren gearbeitet worden. 1,1 Millionen Euro Fördermittel gab es dafür. Darum habe man lange gerungen, so der Bürgermeister. Die alte Turnhalle stammte aus dem Jahr 1982 und war stark verschlissen. Nun habe man für die Kinder und die Vereine wieder beste Bedingungen für den Sport geschaffen.

Von einer "überfälligen Baumaßnahme" spricht Stadtrat Gunther Zschommler (CDU/Regionalbauernverband). Großschirma gewinne durch die neue Sporthalle an Attraktivität, so der Landwirt: "Ich wünsche mir, dass die Gestaltung des Ortszentrums fortgesetzt wird."

Rolf Weigand, AfD-Landtagsabgeordneter aus Großschirma, macht sich angesichts der Geburtenzahlen und der Auslastung der Kitas und der Kindertagespflege in der Stadt "um die Zukunft der Turnhalle keine Gedanken. Jetzt ist jeder Bürger natürlich angehalten, diese durch die diversen Vereine und Sportgruppen regelmäßig zu nutzen."

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