Auftritte der besonderen Art

In "Andrea Chenier" begeisterten teils neue Sänger. Und die Vorbereitungen für die Orientalische Nacht laufen auf Hochtouren.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Namensgebung des Geschwister- Scholl-Gymnasiums ist die Wanderausstellung der Weiße-Rose-Stiftung unter dem Titel "Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler 1942/43" im Atrium eröffnet worden. Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Kerstin Salomon ging Oberbürgermeister Sven Krüger auf die Geschichte ein, und Schüler des ehemaligen Profils von Lehrerin Isolde Lommatzsch führten das Stück "Wir schweigen nicht" auf. Die Ausstellung ist bis zum 2. Oktober im Atrium zu sehen.


Langer Beifall und Bravo-Rufe: Die erste Aufführung der Oper "Andrea Chenier" in der neuen Spielzeit ist vom Freiberger Publikum begeistert aufgenommen worden. Am Freitagabend fieberten die Zuschauer besonders mit Tenor Frank Unger (Foto) in der Titelparty mit. Schließlich hatte Oberspielleiterin (und Regisseurin) Judica Semler vor der Vorstellung darauf hingewiesen, dass der Sänger gerade eine Erkältung hinter sich hat und noch "leicht indisponiert" ist. Unger schlug sich wacker, doch gerade in den Höhen nahm er sich etwas zurück. Und mitunter hatte man vor allem bei Duetten den Eindruck, dass sich auch seine Partner aus Solidarität etwas bremsten. Das traf teils auch auf Sopranistin Susann Hagel in der Rolle der Maddalena zu. Zur Premiere Ende April in Freiberg hatte diese Partie noch Leonora Weiß-del Rio gesungen, die jetzt im Babyurlaub ist.


Als Idealbesetzung erwies sich Elias Han. Der Koreaner übernimmt die Rolle des Carlo Gérard, da Bariton Andrii Chakov nicht mehr am Mittelsächsischen Theater ist. Und er meisterte die Wandlung des Dieners zum anfangs überzeugten, später zweifelnden Revolutionär schauspielerisch und gesanglich mit Bravour. Seine Mimik sprach Bände, als die blinde Modelon (herzergreifend: Kathrin Moschke) ihren Enkel, den letzten Überlebenden ihrer Familie, der Armee zur Verfügung stellte. Am Freitag, 19.30 Uhr, findet die nächste Vorstellung von "Andrea Chenier" statt.


Zu den begeisterten Zuschauern am Freitagabend gehörte François Maher Presley (Foto). Der Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen Stiftung für Kunst und Kultur verfolgte die Inszenierung der Oper von Umberto Giordano mit großem Interesse. Denn zum Mittelsächsischen Theater hat der in Kuwait-Stadt geborene Autor und Fotograf eine besondere Beziehung: In der vorigen Spielzeit finanzierte er für knapp 10.000 Euro Abonnements für Schulen in Mittelsachsen. "Dadurch konnten knapp 1000 Kinder und Jugendliche etwa 3000 Theaterbesuche - oder Projekte vor Ort - erleben", sagte er. Zudem finanziere die Stiftung seit drei Jahren Drucksachen für das hiesige Theater und habe bislang genau 314.302 Einzel-Drucksachen bezahlt. "In Mittelsachsen unterstützen wir auch Malkurse, Museumsarbeit, Ausstellungen, Resozialisierung, museumspädagogische Dienste, Musikförderung und Leseförderung", so der Mäzen. Presley war auf Einladung der Landtagsabgeordneten Jana Pinka (Linke) für drei Tage in Freiberg. Auf seinem Programm standen beispielsweise Gespräche mit Landrat Matthias Damm (CDU) und Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos), eine Beratung mit Pfarrer Michael Stahl über eine gemeinsame Ausstellung in der Petrikirche und ein Besuch im Atelier von Carsten Gille in Hofefeld. Zudem traf Presley Norbert Hein, der im Auftrag des Vereins Mittelsächsischer Kultursommer sein neues Kinderbuch "Prinzessin Françoise und der königliche Geschichtenerzähler" zu einem Bühnenstück umarbeitet. Das Stück soll in der kommenden Saison an vielen Orten Mittelsachsens aufgeführt werden. Am Sonntag nahm Presley an der Buchpräsentation seines Kinderbuches im Waldheimer Museum teil. Mitglieder der Mittelsächsischen Philharmonie um Stefan Leitner (Trompete) übernahmen dabei die musikalische Umrahmung.

Nach seinem Besuch in Freiberg sagte Presley: "Ich würde mich freuen, in der Stadt weitere Aktivitäten mit unserer Stiftung zu entfalten." Und Jana Pinka betonte: "Ich freue mich, dass Herr Presley sich weiterhin in Freibergs Kunst- und Kulturgeschehen einbringen will, wofür ich ihm 'danke' sagen möchte".


In vollem Gange sind die Vorbereitungen für die 5. Orientalische Nacht am Samstag ab 20 Uhr im "Tivoli". Anja Anjana (Anja Lempe) und ihre Tanzgruppen, auch die ganz Kleinen, bereiten eine Show vor. Die Bauchtänzerinnen werden traditionelle orientalische Tänze, aber auch moderne und Tänze aus verschiedenen Tanzrichtungen zeigen. Anja Lempe verspricht ein Programm mit Tanz, Musik, Spannung, Gesang, Zauberei, Glitzer, Glamour und Schauspiel. Die erste Orientalische Nacht fand im Gasthof Weigmannsdorf statt und war ausverkauft. Deshalb erfolgte der Wechsel ins "Tivoli". "Alles will gut vorbereitet sein. Dafür sammeln wir Ideen, suchen und schneiden Musik, erarbeiten Choreografien und trainieren hart", sagt Anja Lempe. Die Kostüme seien eigens entworfen und teils in Russland und Kairo von namhaften Designen geschneidert. Zudem laden die Organisatoren Künstler ein. Passend zum Thema "Alladin neu verzaubert" ist diesmal der Zauberer Dshini Ignis aus Dresden zu erleben. Zudem tritt Sängerin Kathrin Moschke auf. Zur Show gehören auch Licht, Bühnentechnik, DJ und Ton. "Das ,Tivoli'-Team rundet den Abend mit immer neuer Technik, Dekoration und einer orientalischen Speisekarte ab", so Lempe. Unterstützt werde das Event von Sponsoren. Wegen des hohen Aufwands findet die nächste Orientalische Nacht erst 2021 statt. (mit mer)

 

Karten gibt es auch in den "Freie Presse"-Shops. Einen ersten Eindruck erhalten Sie, wenn sie den Kurzlink eingeben. www.freiepresse.de/orientalisch

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