B 173-Umleitung: Zu schmal, zu eng, zu viel Chaos

In Niederbobritzsch werden die Nerven der Autofahrer strapaziert. Denn die Straße ist ein Nadelöhr. Lkw haben Mühe, durch den Ort zu kommen. Erst gestern steckte ein Laster fest. Die Polizei will nun eingreifen.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Wenn Lastwagen wegen der Baustelle zwischen Freiberg und Naundorf auf der Bundesstraße 173 derzeit die Umleitungsstrecke über Hilbersdorf, Niederbobritzsch und Naundorf nehmen, brauchen nicht nur ihre Fahrer starke Nerven. Denn die Strecke, die auch entlang der Bobritzsch führt, lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben: eng. Gestern musste ein Lkw am frühen Nachmittag kurzzeitig kapitulieren. Er blieb mit seiner Ladung am Geländer der schmalen Brücke über die Bobritzsch an der Talstraße in Niederbobritzsch hängen. Ein Verkehrschaos war die Folge.

Wie die Polizei gestern auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilte, waren die Beamten vor Ort bemüht, die Auswirkungen für den Verkehr gering zu halten. Der Laster wurde zur Aufnahme des Schadens auf den Parkplatz des Naundorfer Bades gelotst, damit sich die Autokolonne auf der Umleitungsstrecke wieder in Bewegung setzen konnte. Nach kurzer Zeit sei der Verkehr wieder geflossen, hieß es vonseiten der Polizei. Sie ist generell nicht mit den Gegebenheiten zufrieden. Die Straße sei nicht für die Umleitung geeignet: "Sobald sich zwei Lkw dort treffen, ist es vorbei." Die Polizeidirektion will nun einen eigenen Vorschlag machen. Details gibt es aber noch nicht.

Auch ein Test der "Freien Presse" bestätigt diesen Eindruck. Generell gilt: Anstelle von 7,2 Kilometern sind die Autofahrer nun 10,7Kilometer unterwegs. Sie brauchen dafür 17 Minuten - das sind 7 Minuten mehr als auf dem direkten Weg. An Überholen ist nicht zu denken. Vor allem in Niederbobritzsch stockt es ab und an. Jedes Mal, wenn sich zwei Lastwagen begegnen, muss einer halten.

Doch das ist nicht alles. Wenn an der ersten Brücke an der Straße Rosental beispielsweise ein Sattelschlepper einem Autofahrer entgegenkommt, sind Autofahrer mitunter gezwungen, meterweit rückwärts zu fahren, damit das größere Gefährt die Brücke überhaupt passieren kann. Brummifahrer fluchen, wenn sie die Riesen-Gefährte gerade so über die schmale Brücke bugsieren können. Die Anwohner sind mittlerweile aufgebracht. Ein Niederbobritzscher hat vor seinem Haus ein weiß-rotes Absperrband gespannt. Die Laster sind vorher beim Ausweichen immer ganz nah an die Hauswand gefahren, erzählt ein Nachbar.

Auch die zweite Brücke über die Bobritzsch im Rosental entpuppt sich als äußerst schmal. Es gibt hier wieder Probleme mit Lastern. Doch nicht nur das: Stellenweise ist die Straße so schmal, dass nicht einmal zwei Kleinbusse aneinander vorbei kommen.

Ein 68-jähriger Niederbobritscher sagt kopfschüttelnd: "Die Umleitung ist nicht ordentlich vorbereitet worden. Die engen Stellen hätten vorher ausgeweitet werden müssen - die Brücken sollen schon lange gebaut werden", so der Anwohner. Kurz vor Naundorf aus Richtung Freiberg wird die Straße zudem holprig. Auch im Ort selbst ist es nicht viel besser. Und wieder ist sie an einigen Stellen sehr schmal.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr äußerte sich gestern nicht auf Anfrage der "Freien Presse". Heute wolle man Stellung nehmen, sagte eine Sprecherin. Rund 1,3Millionen Euro investiert das Landesamt, um die Bundesstraße wieder flott zu machen. Zwischen Freiberg und Naundorf wird die Asphaltdecke erneuert. Im nächsten Jahr steht dann der Abschnitt bis einschließlich Hetzdorf an. Im Frühjahr 2017 sollen die Arbeiten auf der B 173 insgesamt abgeschlossen werden.

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