B 173: Verkehrsader bleibt Nadelöhr

Die Freigabe nach der Sanierung der Bundesstraße zwischen Niederwiesa und Chemnitz steht in den Sternen. Denn vermutlich gibt es dort ein Problem.

Niederwiesa.

Die Geduld der Pendler wird weiter strapaziert. Die für den gestrigen Mittwoch avisierte Freigabe der Bundesstraße 173 - auf dem sanierten Abschnitt zwischen Niederwiesa und Chemnitz - kann noch nicht erfolgen. Das hat Franz Grossmann von der Pressestelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage der "Freien Presse" mitgeteilt. Als Grund für die Verzögerung gibt das Amt noch ausstehende Restarbeiten an.

"Am Montag, 6. Juli, findet eine Abstimmungsberatung zwischen Verkehrsbehörde, Baubetrieb und Lasuv statt. In der Beratung wird der zeitliche Ablauf unter Berücksichtigung der Restleistungen abgestimmt. Anschließend können wir Auskunft über den Termin der endgültigen Verkehrsfreigabe im Juli geben", heißt es im Statement weiter. Seit Anfang März ist die wichtige Verkehrsader ein Nadelöhr: Weil in diesem Bereich die Fahrbahn saniert worden war, wird der Verkehr jeweils einspurig über die Richtungsfahrbahnen geführt - anfangs über die Richtung Chemnitz, seit Mai über die Fahrbahn gen Flöha. Als Baukosten für die Gesamtmaßnahme gab das Lasuv im Frühjahr rund 2 Millionen Euro an.

Doch vermutlich hat das Projekt noch ein längeres Nachspiel. Leser haben sich an die Flöhaer Lokalredaktion gewandt, weil sie Schäden im Belag der Bundesstraße vermuten. In einer E-Mail an die Redaktion heißt es: "Bei der täglichen Nutzung der bereits sanierten B 173 zwischen Niederwiesa und Chemnitz musste ich feststellen, dass die Fahrbahn Richtung Flöha, welche momentan während der andauernden Bauarbeiten auch als Fahrspur in Richtung Chemnitz genutzt wird, aus meiner Sicht erhebliche Mängel aufweist." Insbesondere zwischen der Tankstelle in Niederwiesa und Chemnitz sei die neue Straße auf dem geraden Abschnitt vor Chemnitz stark gewellt, schreibt der Leser, der anonym bleiben möchte. Er selbst habe diese Wellen bei der Fahrt mit drei verschiedenen Fahrzeugen wahrgenommen. Mehrere seiner Kollegen hätten seine Beobachtung bestätigt. Unebenheiten stellen Autofahrer auch an der Brücke vor Niederwiesa fest - aus Richtung Chemnitz kommend. Die Frage steht im Raum: Erfolgte die Bauausführung fachgerecht?

Auf den Vorwurf, dass der jetzige Zustand eines mit viel Steuergeld finanzierten Projektes so akzeptiert wird, äußert sich das Straßenamt. Die Abnahme der Bauleistungen sei noch nicht erfolgt. Pressesprecher Franz Grossmann schreibt: "Anhand von vertraglich vereinbarten technischen Regeln (bundeseinheitlich) wird die Ebenheit der Fahrbahn durch Kontrollmessungen beurteilt. Hier ist aus bisheriger Sicht kein Mangel zu verzeichnen. Gleichwohl erfolgt parallel Ursachenverfolgung der uns bekannten ,Wellen'." Im Bereich des Bauwerkes bei Niederwiesa sei der erst kürzlich mit der Baumaßnahme der Brücke eingebaute Asphalt verblieben. Damit würden sich in den Anschlüssen Quernähte ergeben.

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