Babysegen im Rathaus

Nicht nur zum Kindertag sind in der Freiberger Stadtverwaltung Babys ein Thema: Immer mehr Mitarbeiterinnen bekommen Nachwuchs.

Freiberg.

Ein Blick ins zwei Jahre alte Wahlprogramm des aktuellen Oberbürgermeisters Sven Krüger (SPD) zeigt es: Der Rathauschef wusste, worauf er sich eingelassen hat. "Freiberg ist nicht nur Berg-, Universitäts- und Solarstadt, sondern auch eine Babystadt", ließ er die Besucher seiner Internetseite damals unter der Rubrik "Meine Themen" wissen. Schließlich stieg die Geburtenrate in den vergangenen Jahren in Freiberg deutlich an. Diese Entwicklung macht sich jetzt auch in der Stadtverwaltung bemerkbar. Es ist ein kleiner, aber regelrechter Babyboom im Rathaus zu beobachten.

Ob in der Presseabteilung, im Amt für Kultur-Stadtmarketing oder in den städtischen Kitas: Immer mehr junge Frauen melden der Stadt als Arbeitgeber, dass sie guter Hoffnung sind. 10 Mitarbeiterinnen haben 2015 Mutterschutz beantragt. 2016 waren es schon 21. Und in diesem Jahr, wird die Zahl wahrscheinlich noch einmal deutlich zunehmen, wie Oberbürgermeister Krüger annimmt. Bereits elf Mitarbeiterinnen haben sich in den Mutterschutz verabschiedet. "Wir haben das Gefühl, dass das deutlich zunimmt", sagt Krüger.


Zwei prominente Beispiele für den Babyboom im Rathaus sind Anja Ksienzyk und Nicole Schimpke. Beide gingen im vergangenen August in Elternzeit. Anja Ksienzyk war vorher Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit beim Kultur-Stadtmarketing und kümmert sich nun um ihre acht Monate alte Tochter Anni. Nicole Schimpke arbeitete als Citymanagerin und hat jetzt ein Auge auf den neun Monate alten Til.

"Ich genieße es derzeit wirklich sehr, so viel Zeit auch für meine große dreijährige Tochter zu haben", sagt Ksienzyk. "Auch mein Mann ist derzeit in Elternzeit. Wir werden jetzt keine Weltreise unternehmen, aber zum Beispiel eine kleine Kreuzfahrt mit der Aida machen und ein paar Tage in Österreich verbringen."

Bei Nicole Schimpke geht es mit dem neun Monate alten Til, seinem großen Bruder und Papa nach Mallorca in den Sommerurlaub. "Eine Kreuzfahrt hätte ich auch gern gemacht, aber mein Mann war von der Idee wenig begeistert", sagt die junge Mutter. Für sie endet die Elternzeit bereits im August, während Anja Ksienzyk noch bis November zu Hause bleiben kann.

Beide freuen sich aber auch schon darauf, nach ihrer Elternzeit wieder Erwachsenengespräche führen zu können. "Aber auch derzeit besteht regelmäßiger Kontakt zwischen mir und meinen Kollegen. Ich finde es schön, dadurch in gewisser Weise mit eingebunden zu werden", so Ksienzyk.

Ob die beiden Mamas in Zukunft weiterhin in Vollzeit arbeiten werden oder sich für ein Teilzeitmodell entscheiden, ist noch nicht klar. "Erst mal sehen, wie es läuft. Entscheidungen dieser Art können wir zum Glück sehr kurzfristig treffen", weiß Ksienzyk. "Zudem haben wir ja auch die tatkräftige Unterstützung der Papas", ergänzt Schimpke.

Rathauschef Krüger wird ihnen keine Steine in den Weg legen. Natürlich sei es für manche Verwaltungsbereiche eine Herausforderung, eine Mutter für eine gewisse Zeit zu ersetzen. "Aber wer, wenn nicht die jungen Frauen, soll denn die Kinder kriegen?", fragt er. Teilzeitregelungen sind deswegen mittlerweile im Rathaus zur Routine geworden: 2015 entschieden sich 97 von 538 städtischen Mitarbeitern für so eine Lösung, im vergangenen Jahr waren es 106 von 569 Mitarbeitern. Die Arbeit in der Verwaltung läuft trotzdem weiter: "Im Moment kriegen wir das ganz gut gebacken", sagt der Oberbürgermeister.


Wo Kindertag gefeiert wird

In Oberschöna findet ab 16 Uhr an der Grundschule der Gemeinde ein Familienfest zum Kindertag statt.

In Mulda ist heute an der Kita eine Kreide-Pflastermal-Aktion geplant. Mittags gibt es Bratwurst für Groß und Klein. Ab 13.30 Uhr wollen die Hortkinder bunte Kreidebilder vorm Rathaus malen.

In Helbigsdorf findet morgen, 16 Uhr ein Kinderfest auf dem Spielplatz am Sportlerheim statt. Dort wird ein neuer Kletterturm eingeweiht - finanziert durch die erfolgreiche Teilnahme des Ortsvereins "Drei weiße Birken" an der Fanta-Spielplatzinitiative (Gewinn 2000 Euro) und einen Zuschuss der Gemeinde Mulda.

In Mulda beginnt heute, 16 Uhr ein Mitmach-Theater mit dem Märchenerzähler Oyano in der Brettmühle. Dazu lädt der Förderverein "Technische Denkmale" ein. Der Eintritt für alle Kinder ist zu dieser Veranstaltung frei, Erwachsene zahlen einen Euro. Die Kosten werden von örtlichen Gewerbetreibenden übernommen.

In Siebenlehn müssen sich die Kinder noch etwas gedulden: Das Sprungkissen für das Romanusbad ist noch nicht geliefert worden. Eigentlich sollte die neue Attraktion zum Kindertag eingeweiht werden. (kok)

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