Backmützen und andere Gaumenfreuden

Das Erzgebirge ist einzigartig - auch wegen seiner Sprache. Und die setzt dem regionalen Essen liebevoll noch ein Sahnehäubchen obenauf. Heute zu Besuch: in der Annaberger Gaststätte "Neinerlaa".

Annaberg-Buchholz.

Auch wenn die Gaststätte am Annaberg-Buchholzer Markt Ratskeller "Zum Neinerlaa" heißt: Bei Weitem ist die Speisekarte der Einrichtung nicht nur auf dieses traditionelle erzgebirgische Weihnachtsgericht beschränkt. "Vor allem arbeiten wir viel mit einheimischen Höfen und Produzenten zusammen", betont Gastgeberin Sophie Köhler.

In der Gaststätte werden traditionelle Gerichte neu interpretiert. Insbesondere mit dem Fokus auf einheimische Produkte. "Erzgebirgisch ja, aber wir können auch anders", unterstreicht Sophie Köhler. Dennoch finden der einheimische und der "uhiessche" Gast viele verschiedene erzgebirgstypische und traditionelle Gerichte. So auch die "Backmützen". Vor allem den älteren Erzgebirgern dürfte der Schmaus bekannt sein. Es sind in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln, die unter großer Hitze angebraten werden. Früher sind die gekochten Scheiben von den "Ardäppeln" in den heimischen Haushalten ein- auf die Ofenplatte gelegt worden.

"So wie die Behbemme", erklärt Sophie Köhler, die gelernte Köchin ist. Die "Runden Ardäppeln" fehlen auf der Speisekarte des "Neinerlaa" natürlich nicht. Mit dem Kutscherteller werden dabei gleich mehrere Variationen auf einem großen Teller angeboten. Denn bei den "Ardäppeln" wie den Zutaten war und ist der Erzgebirger bekannterweise ein wahrer Virtuose. Dazu gibt es unter anderem Quark, "Laberwurscht", "Marinierte Haaring", Butter oder Leinöl. Alles wird gemeinsam auf einem großen Teller serviert.

Verschiedene Macharten kennt der Einheimische schließlich auch beim "Buttermilichgetz'n". "Wir machen ihn ohne Speck wie Mutti zu Hause. Er kommt auch nicht in den Ofen, sondern wird bei uns in der Pfanne gebraten", so die Ehrenfriedersdorferin, die das Haus 2009 übernommen hat.

Aber das "Neinerlaa" muss - auch wenn es erst um die Weihnachtzeit herum in der Gaststätte aktuell wird - unbedingt erwähnt werden. Unter anderem gibt es dabei das Angebot nach "Grumbicher Mondputzer-Art". Die heißen so, da die Grumbacher in hiesigen Gefilden als Mondputzer bezeichnet werden. "Neinerlaa wird von Ort zu Ort mitunter anders zubereitet und gegessen, besonders was die Auswahl des Fleisches angeht", weiß die 45-Jährige.

So wird das Gericht im Ratskeller mit "Buchholzer Hanghiehner" angeboten. Hanghühner deshalb, da wegen der Lage von Buchholz die meisten Hühner dort eben am Hang aufwachsen. Als besondere Kreation des Hauses können "Gutgusch'n" auch ein vegetarisches Neinerlaa, für "Vegi Gemüs-Nischel" haben.

Und was wären die ganzen Kreationen ohne etwas Appetitliches für die "Süßgusch'n", die Süßmäuler. Für das Paffett von Holunderbeeren und Holunderblüten kommen die Früchte aus der Heimat. "Wir holen die Beeren und Blüten traditionell aus dem Wald", versichert Sophie Köhler.


Teilnahmebedingungen

Ihr Lieblingswort zum Thema Essen & Trinken, versehen mit kurzer hochdeutscher Übersetzung sowie Ihren Kontaktdaten, senden Sie bitte per Post an folgende Adresse: "Freie Presse", Lokalredaktion Annaberg, Markt 8, in 09456 Annaberg-Buchholz. Via E-Mail an: Red.Annaberg@freiepresse.de. Einsendeschluss: 2. September 2018.

Der Teilnehmer/die Teilnehmerin erklärt sich gegenüber der Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG einverstanden, dass seine/ihre Zusendungen kostenfrei veröffentlicht werden können in gedruckter wie digitaler Form. Für die Verarbeitung der Daten gilt der unten angegebene Datenschutzhinweis, den der Teilnehmer/die Teilnehmerin zur Kenntnis genommen hat. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin erklärt sich damit einverstanden, dass die Daten ausschließlich aus organisatorischen Zwecken an den Erzgebirgsverein e.V., Markt 6, in 08289 in Schneeberg, weitergegeben werden. Nach Auswertung des Wettbewerbs werden die Teilnehmerdaten vom Erzgebirgsverein komplett gelöscht.

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