Bahnhof als Bürgerprojekt

Ein Städteplanungsbüro soll Ideen der Freiberger zu einem Plan zusammenschmieden. Ein anderer Vorschlag ist vom Tisch.

Freiberg.

Das Leipziger Stadtlabor soll die Bürgerbeteiligung für die Umgestaltung des Freiberger Bahnhofs in die Hand nehmen. Das haben die Stadträte am Donnerstagabend beschlossen und annähernd 23.600 Euro als Honorar bewilligt. Zuvor hatte die SPD ihren Antrag zurückgezogen, für die Ideensuche zur künftigen Nutzung des markanten Komplexes und seines Umfeldes eine "Zukunftswerkstatt Bahnhof" zu installieren.

Bereits im März soll nun ein Auftakttreffen stattfinden, bei dem die Rahmenbedingungen erläutert werden, erläuterte Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) den Vorschlag der Verwaltung. "Daran schließt sich eine Phase der Ideenfindung an", so Reuter weiter. Die Vorschläge würden in einem Workshop ausgewertet und die Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung im Juni dieses Jahres präsentiert.

Einige Stadträte zeigten sich irritiert dadurch, dass Oberbürgermeister Sven Krüger die Gestaltung des Bahnhofs bereits zum Thema seines "Bürgerdialogs" im Januar gemacht hatte. So wollte Elke Koch (Grüne) wissen, wie beide Parallelaktionen zusammengeführt werden sollen. Jana Pinka (Linke) bedauerte, dass OB Krüger nicht zu einem gemeinsamen Antrag mit der SPD gefunden habe. So entstehe der Eindruck eines Windhundrennens, um in einer Art Vorwahlkampf erster Sieger zu sein.

Er habe die Bürger für das Thema sensibilisieren und zur Ideenfindung anregen wollen, sagte Krüger. Manche Leute schüttelten den Kopf so lange, bis sie das Haar in der Suppe fänden, so Krüger weiter. Rede er nicht mit den Bürgern, werde ihm das angekreidet; "rede ich aber mit den Bürgern, ist das Wahlkampf."

Auf Nachfrage von Volker Didzioneit (Grüne) sagte Baubürgermeister Reuter, dass auch zwei Freiberger Büros um Angebote gebeten worden waren. Sowohl das BBF Baubüro als auch Benedix Architekten hätten aber vom Preis und den Referenzen her nicht mit dem Stadtlabor mithalten können. (grit/jan)


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