Baustart am Brander Markt: Anwohner überrumpelt

Im Marktgäßchen herrscht Aufregung. Drei Familien fühlen sich von der Welt abgeschnitten, weil nun von zwei Seiten gebaut wird.

Brand-Erbisdorf.

Karl Jähnig (83) fühlt sich überrumpelt. Am Samstag fand er die Mitteilung der Baufirma Andreas Adam in seinem Briefkasten. Darin steht, dass ab heute der dritte Bauabschnitt am Marktplatz in Brand-Erbisdorf beginnt. Und dass die Fahrzeuge besser außerhalb geparkt werden sollten. Weil parallel dazu immer noch an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße gebaut wird, fühlen sich die drei Familien im Marktgäßchen nun von beiden Seiten eingekästelt. Die Bauzeit ist bis 21. Dezember vorgesehen. "Ich fahre besser Auto, als ich laufen kann", sagt Jähnig. "Ich habe demnächst drei Arzttermine in Freiberg, und jetzt wollen sie uns von der Welt abschneiden", sagt er verärgert.

Auch Steffen Jenke, Wirt der Knusperschänke in der Gasse, ist aufgebracht: "Dass der Markt gebaut werden muss, ist keine Frage. Aber mal im Vorfeld mit uns zu sprechen, ist doch in einer Kleinstadt nicht zuviel verlangt", sagt er. Beide Anwohner fürchten, dass weder Lieferfahrzeuge und Besucher noch der Krankenwagen in die Gasse fahren könne. "Wir hatten schon mal einen Gast, der schnell Hilfe brauchte", sagt der Wirt.

Auf Nachfrage sagte Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos): "Keiner wird nicht erreichbar sein." Fahrzeuge könnten von der Bahnhofstraße abbiegend entlang des Asia Imbisses in das Marktgäßchen abbiegen. Das gelte für Anlieferer, Besucher, Anwohner sowie den Rettungswagen. "Nur in dem Moment, in dem der Asphalt genau an dieser Stelle aufgefräst wird, geht das nicht. Danach werden Platten verlegt, die befahrbar sind", erläutert der OB. Entlang der Häuser Freiberger Straße 1 und Markt 5 bleibt ein Fußweg bestehen, ergänzt er. Er verstehe, dass die Anwohner durch die restriktive Anwohnerinformation verärgert sind, "aber bislang haben die Baufirmen immer versucht, die Dinge mit den Einwohnern vor Ort zu besprechen."

Dass der Baustart nun so kurzfristig ist, liege an der Koordinierung mehrerer Baustellen. Damit die Anwohner in der Bahnhofstraße, die bislang Umleitungsstrecke für die B 101 ist, neue Gas- und Wasseranschlüsse bekommen können, wird die Bahnhofstraße vom 1. bis 9. November vollgesperrt.

Das wiederum geht nur, wenn in diesem Zeitraum die B 101 halbseitig befahrbar ist. Das klappt in diesem Zeitraum, weil dann an der Kreuzung B 101 /Langenauer Straße der erste Bauabschnitt fertig ist und die Bundesstraße daher für diese Tage kurzzeitig freigegeben werden kann. "Diese Lösung steht aber erst seit einer Woche fest", betont Antonow. Zeitgleich sei er froh, dass die Firma Adam den Bau am Markt noch jetzt angeht.

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