Bauvorhaben am Petriplatz 3 begonnen

Für rund 1,5 Millionen Euro wird das historische Gebäude in der Altstadt saniert. Hier sollen vier Wohnungen und Räume für die Kulturgesellschaft des Kreises entstehen.

Dachdeckermeister Thomas Haustein aus Nossen transportierte gestern alte Dachlatten von der Baustelle am Petriplatz ab.

Für Sie berichtet: Steffen Jankowski

Im Inneren ist es schon beräumt, jetzt verschwinden auch die Betondachsteine aus DDR-Zeiten: Die Städtische Wohnungsgesellschaft Freiberg (SWG) hat damit begonnen, das Gebäude Petriplatz 3 in der Freiberger Altstadt zu sanieren. "Dabei kommen dann auch Biberschwanzziegel auf das Dach", erklärt Mathias Haugke. Er ist Mitarbeiter in der Technischen Objektbetreuung bei der SWG und als Projektverantwortlicher eingesetzt.

Wie SWG-Prokurist Konstantinos Apostolopoulos erläutert, entstehen bei der Komplettsanierung ab dem zweiten Obergeschoss vier moderne Wohneinheiten. Die Größen der Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen variiere zwischen 75 und 128 Quadratmetern: "Im Dachgeschoss sind die beiden Wohnungen als Maisonettelösung geplant."

Alle Wohnungen werden über einen Balkon mit Blick in den Garten verfügen und seien über einen Aufzug erreichbar, so Apostolopoulos weiter. Im Innenhof würden Pkw-Stellplätze angelegt. "Für die große Gewerbeeinheit in den beiden unteren Geschossen befinden wir uns in abschließenden Verhandlungen mit der Mittelsächsischen Kultur gGmbH. Sowohl die Volkshochschule als auch das Medienpädagogische Zentrum werden in dem Gebäude ihren Platz finden", informiert der Prokurist weiter.

Die Fertigstellung des Objektes sei für Ende Mai 2019 vorgesehen, so Apostolopoulos: "Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, ein Denkmal in der Freiberger Innenstadt einer nachhaltigen Sanierung und Nutzung zuzuführen." Annähernd 1,5Millionen Euro sind dafür veranschlagt; der Bau- und Betriebsausschuss des Freiberger Stadtrates hat einen Zuschuss von rund 186.000 Euro aus einem Fördertopf für den Städtebau bewilligt.

In dem denkmalgeschützten Gebäude hat einst der Universalgelehrte Ulrich Rülein von Calw (1465 bis 1523) gewohnt, der sich sowohl in der Mathematik als auch in der Medizin und in der Montanwissenschaft einen Namen gemacht hat. Allerdings hatte ein Brand 1979 von dem Renaissancebau nur Teile der originalen Bausubstanz übrig gelassen. Neben dem Tonnengewölbe im Keller zählt dazu ein Kreuzgewölbe im Erdgeschoss. Im Obergeschoss werde eine bemalte Decke erhalten bleiben, so Bauleiter Haugke.

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