"Bergbau war Grundstein für Aufstieg Sachsens"

Silberschau: Stadt will helfen, Gästebetten im Sommer zu füllen

Freiberg.

Was bringt die Landesausstellung der Stadt und den Freibergern? "Freie Presse" fragt nach. Heute: Oberbürgermeister Sven Krüger.

Wie sehen Sie die touristische Situation derzeit in Freiberg?

Der Tourismus nimmt langsam wieder Fahrt auf. Viele Deutsche, die nicht ins Ausland reisen können oder wollen, werden ihren Urlaub in der Heimat verbringen - eine Chance auch für Freiberg sich als Reiseziel zu etablieren. Nachfrage verzeichnen wir unter anderem bei den Stadtführungen und Prospektanforderungen. Auch Angebote wie die Sommerpauschale werden wieder vermehrt gebucht. Unsere Sommerurlaubsaktion startet und soll einen Beitrag dazu leisten, dass in den Urlaubsmonaten möglichst viele Gästebetten belegt sind. Positiv ist die Frequenz auf öffentlichen Plätzen und an Markttagen zu bewerten, die wieder einen Normalzustand erreicht hat.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit der Landesausstellung?

Kurz gesagt: mehr Besucher, mehr überregionale Bekanntheit, mehr Innenstadtbelebung. Die Landesausstellung thematisiert ein halbes Jahrtausend Industriekultur in Sachsen. Davon ist Freiberg nicht nur ein Teil, vielmehr war der Silberbergbau der Grundstein für den Aufstieg ganz Sachsens. Der Bergbau hatte Einfluss auf alle Lebensbereiche und beschert der Silberstadt Freiberg eine spannende Geschichte. Leistungen und Brauchtum der Berg- und Hüttenleute sind hier nach wie vor sichtbar, hörbar, erlebbar. Besonders unser Stadt- und Bergbaumuseum, welches Stadt- und Bergbaugeschichte vereint, erhofft sich erhöhte Besucherzahlen. Zur Landesausstellung wurde eigens eine neue Sonderschau konzipiert: "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel". Die Sonderschau reiht sich in die Veranstaltungen zum Jahr der Industriekultur ein und wird viele Besucher zu einem Museums- und Stadtbesuch animieren.

Welche Ideen der Stadt Freiberg können zur Unterstützung der Landesausstellung verwirklicht werden?

Mit der Partner-Card profitieren Besucher des Silberbergwerks auch im Museum: sie erhalten 20 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg. Im Umkehrschluss sparen Besucher des Silberbergwerks 10 Prozent bei Untertagetouren, wenn sie vorher das Museum besucht haben. Somit werden Touristen animiert, mehrere Sehenswürdigkeiten Freibergs zu besuchen und ihren Aufenthalt zu verlängern. Davon wiederum profitieren Gastronomie und Einzelhandel. Freiberg bietet für die Zeit der Landesausstellung zudem ein spezielles Pauschalangebot. Es trägt den Titel "SilberBoom 2020". Bei der Offerte sind auch verschiedene Leistungen und Sehenswürdigkeiten bereits inkludiert: zwei Übernachtungen, Untertageführung im Silberbergwerk, Eintritt ins Museum, Stadtführung und Kaffeetrinken mit Freiberger Eierschecke. Weitere Begleitveranstaltungen werden derzeit erarbeitet. Sobald die "Silberstadtbahn" fährt, wird sie das Silberbergwerk "Reiche Zeche" noch besser an die Altstadt anbinden. wjo

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