Berliner machen Holzhau unsicher

Jedes Jahr in ihren Winterferien bevölkern Skihasen aus dem Flachland Pisten und Loipen im Erzgebirgsort. Aus gutem Grund.

Holzhau.

"Tolles Wetter. Sonnenschein. Ideales Skivergnügen", ruft Evelyn Herzlieb. Dann fährt sie mit dem Skilift in fast 900 Meter Höhe, um in wenigen Sekunden wieder im Tal zu sein. An jenem Donnerstagvormittag nimmt sie sich Zeit, um in "Willys Scheune", der Skibaude an der Talstation, zu plaudern.

"Wir Berliner und Brandenburger fühlen uns hier auf der Piste und in der Loipe in Holzhau pudelwohl, es sind tolle Bedingungen", sagt die 48-Jährige und schwärmt von den Urlauben mit ihrer Familie im Erzgebirge. "Wir lieben Holzhau regelrecht." Nach dem Mittagessen in "Willys Scheune" will sie noch einige Abfahrten machen.


Ihr zehnjähriger Sohn Oskar, der vor sechs Jahren mit seiner Mutter das Skifahren in der Holzhauer Skischule erlernte, fährt inzwischen der Mutter davon. "Er ist in den sechs Tagen, die wie hier sind, von der Piste kaum wegzubekommen. Jedes Jahr trifft er alte und neue Freunde", erzählt Evelyn Herzlieb.

"Wir überlegen jedes Jahr, ob wir wieder ins Erzgebirge fahren oder in die Alpen. Doch wir sind in dreieinhalb Stunden in Holzhau", so die Berlinerin. Gleich Ankunftstag könne man deshalb auf die Piste. Familie Richter und die Angestellten des Skihanges würden einen tollen Job machen, zudem stimme das Preis-Leistungs-Verhältnis, betont Evelyn Herzlieb. Ihr Mann Roland ist mit Mutter Gudrun eher in der Loipe unterwegs. Mutter Gudrun, die vor vielen Jahren bereits nach Holzhau reiste, war es auch, die die Kinder auf den Ort aufmerksam machte. Es gab auch Jahre, da lag kein Schnee. "Nachdem die Beschneiungsanlagen ihre Arbeit getan hatten, lockte zur großen Freunde aber die Piste", erzählt Evelyn Herzlieb.

Vor einigen Jahren sei es frühlingshaft warm gewesen. Da habe die Familien als Alternative zum Wintersport Ausflüge nach Freiberg, Altenberg und Frauenstein unternommen. "Wenn immer Schnee liegen würde, könnten wir das Erzgebirge ja gar nicht kennenlernen", sagt Herzlieb, die für das nächste Jahr schon wieder das Quartier gebucht hat. Es sei nicht nur das Skifahren, was die Familie ins Erzgebirge lockt. "Die Freundlichkeit der Gastgeber, die netten und kontaktfreudigen Erzgebirger, denen man in der Gaststätte, am Lift, in der Loipe oder im Discounter begegnet", nennt die Familie als Gründe.

Man treffe in Holzhau auch jedes Jahr Landsleute auf der Piste. "Da sind schon echte Freundschaften entstanden", erzählt Evelyn Herzlieb. So wie mit Sylke Schumann, die mit ihrer Tochter Martha in Holzhau die Pisten herunterfährt. "Wir haben unser Quartier in Freiberg und fahren jeden Tag früh mit dem Zug nach Holzhau. Die Fahrt ist für uns schon ein wunderbares Erlebnis", erzählt Sylke Schumann. "Und wir freuen uns, wenn wir mit den Einheimischen ins Plaudern kommen - ein richtig wunderbares Erlebnispaket", so die Berlinerin, die aus dem Stadtbezirk Schöneberg kommt.

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