Betreten verboten: Park bleibt verwaist

Ein Hochwasser zog den einst zum Niederen Rittergut Langenau gehörenden Landschaftspark in Mitleidenschaft. Das Landesamt für Denkmalschutz verlangt ein Konzept für die Pflege der alten Bäume. Vermesser sind am Werk.

Langenau.

Er liegt still und verträumt in der sommerlichen Hitze - der Landschaftspark am ehemaligen Niederen Rittergut in Langenau. Doch die verschlungenen Wege um die beiden Teiche, die romatischen Sitz- und Picknickanlagen liegen hinter Sperrzäunen: Der Park darf nicht betreten werden, seitdem das Hochwasser 2016 in der unter Denkmalschutz stehenden Parkanlage Schäden anrichtete.

Einige der riesigen, imposanten Bäume drohten umzustürzen, andere sind nicht mehr standsicher, Äste brachen. Zu gefährlich wäre ein Spaziergang durch den Landschaftspark, der seitdem - so meinen Außenstehende - im Dornröschenschlaf liegt.

Doch nach den Worten von Dierk Schülke ist es nicht so, wie es scheint. "Die Vermesser sind am Werk, die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden", erklärt der Fachbereichsleiter Bau, Immobilien, Umwelt in der Brand-Erbisdorfer Stadtverwaltung. Ziel ist die Bestandsaufnahme der laut Schülke mehreren hundert Bäume im Park, der teilweise auf kommunalem und teils auch auf Privatgrund liegt. "Es soll ein Baumkataster erstellt werden", erklärte er. Während der Bestandsaufnahme werde deutlich, welche Bäume gefährdet beziehungsweise so geschädigt seien, dass Handlungsbedarf besteht. Danach würden sich die weiteren Arbeiten richten. Um unmittelbar nach dem Hochwasser die akuten Gefahren zu beseitigen, seien bereits Maßnahmen erfolgt. Bäume wurden ausgeästet oder gar gefällt, so Schülke.

Mehr aber sei bislang nicht möglich. "Weil der Park unter Denkmalschutz steht, ist ein Konzept für die weitere Pflege und Erhaltung zu stellen", erläutert der Verwaltungsmitarbeiter. Darauf lege das Landesamt für Denkmalpflege Wert. Auf der Grundlage eines solchen Konzeptes könne die Stadt dann weiterarbeiten und auch Fördermittel für die Beseitigung der Schäden sowie den weiteren Erhalt der Parkanlage beantragen.

Offen sei demnach die Art der künftigen Pflegemaßnahmen, zudem ist noch unklar, ob es Nachpflanzungen geben wird. "Die Stadt will sich bemühen, Geld über das Leader-Förderprogramm zu bekommen", sagt der Fachbereichsleiter. Und es sei angedacht, das Rittergut wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Vielleicht sind ja künftig auch wieder Veranstaltungen möglich", gibt sich Dierk Schülke zuversichtlich. Parkfeste habe es in der langen Geschichte der Anlage schon gegeben.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung wurde der Park mit seinen Teichen -die einst zum Rittergut gehörten - der Bevölkerung im Zuge der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg zugänglich gemacht. Bis 1976 hatten ihn die Beschäftigten des Langenauer Press- und Schmiedewerks teilweise instand gehalten und das Areal in ihren Pausen zur Erholung genutzt. Mit der Verlagerung des Werkes nach Brand-Erbisdorf sei die Pflege des Parks entfallen und die gesamte Anlage nach und nach verwildert. 1992 begann man mit zahlreichen Rekultivierungsmaßnahmen. Durch Fördermittel und ABM-Kräfte sei die Parkanlage wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt worden.

Geplant ist laut Dierk Schülke, noch in diesem Jahr die Ufermauer im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung zu sanieren. Dafür seien die Aufträge bereits vergeben worden und die Anlaufberatung in Vorbereitung der Arbeiten habe ebenfalls stattgefunden. Eine Teilsperrung der Oberreichenbacher Straße mache sich erforderlich. Die Straße selbst in diesem Bereich soll demnach im kommenden Jahr saniert werden.


Rittergut Niederlangenau

Im 14. Jahrhundert war Heinrich von Berbersdorf der Rittergutsbesitzer. 1338 besaß es Familie Rülke. Dann wechselten die Besitzer, bevor es 1563 erneut an Familie Rülke ging. 1574 wurde die Struth an den Kurfürst von Sachsen für 10500 Gulden verkauft. 1651 erstand Georg Gotthelf Griebe aus dem Konkurs von Otto Rülke auf Linda das Dorf Langenau. 1774 erbte Carl Alexander Rudolph Niederlangenau, besaß es bis 1849. Bis 1945 gehörte Familie Braun das Gut. Nach 1945 wurde das Herrenhaus abgebrochen und ein Wohnhaus errichtet. Eine Freitreppe und der Park erinnern an das Gut. (Quelle Stadtverwaltung)

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