Bewährungsstrafe für Drogenhändler

Zwei junge Männer haben größere Mengen Haschisch und Marihuana verkauft. Doch der Weg hinter Gitter bleibt ihnen vorerst erspart.

Freiberg.

Wegen unerlaubten gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in acht Fällen und mehrerer weiterer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat das Schöffengericht unter Vorsitz des Freiberger Amtsgerichtsdirektor Jochen Sell einen Mann aus Dresden und einen aus Reinsberg, beide 30Jahre alt, beide deutsche Staatsbürger, zu Gesamtfreiheitsstrafen von einem Jahr und sieben Monaten beziehungsweise einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Beide bekamen die Chance, sich zu bewähren. Zwei Jahre lang dürfen sie sich nichts zu Schulden kommen lassen. Jeder von ihnen muss eine Geldauflage von 300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Gericht, Staatsanwalt und Verteidigung hatten sich nach Verlesung der Anklageschrift gemäß Strafprozessordnung darauf verständigt, dass im Falle von Geständnissen der Angeklagten kein höheres Strafmaß als das im oben genannten Urteil verkündete angewendet wird. Damit wurde den Prozessbeteiligten nicht nur die Vernehmung zahlreicher Zeugen erspart, sondern auch gegebenenfalls zusätzliche Ermittlungen.

Die beiden Angeklagten räumten ein, im Sommer des Jahres 2015 gemeinsam beschlossen zu haben, sich mit dem Verkauf von Marihuana eine zusätzliche Einnahmequelle zu verschaffen, die von einiger Dauer sein und ihnen Geld bringen sollte. Zwischen Mitte August 2015 und Anfang Juli 2016 erwarben sie von unbekannt gebliebenen Dealern größere Mengen Marihuana und verkauften es zum Preis von 10 Euro pro Gramm an mehrere anderweitig Verfolgte weiter.

Sie erzielten dabei Einnahmen von insgesamt 1350 Euro. Die Übergaben fanden zumeist in einem Bauwagen in der Nähe von Nossen statt. Einer der beiden jungen Männer hatte in seiner Dresdener Wohnung Marihuana und Haschisch aufbewahrt, das zum Weiterverkauf bestimmt war. Bei dem anderen fand die Polizei Kokain und Cannabis. In seinem Garten hatte er vier Cannabispflanzen aufgezogen. Im Fahrzeug des einen Angeklagten fanden sich, im Fußraum und in einer Tür versteckt, insgesamt 247 Gramm Marihuana und andere Betäubungsmittel. Der zweite Angeklagte, der sich ebenfalls im Auto befand, führte rund 700 Euro Bargeld mit sich, das offensichtlich aus Rauschgiftverkäufen resultierte. All dies gaben die Männer zu.

Aufgrund ihres umfassenden Geständnisses, ihrer bisherigen Unbescholtenheit und angesichts der Tatsache, dass sie sich seit Ende August 2016 nichts mehr zu Schulden haben kommen lassen, konnten sich Staatsanwalt Detlef Zehrfeld und die Richter auf die vergleichsweise milde Strafe festlegen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...