Bewegende Trauerfeier für ehemaligen OB Konrad Heinze

Rund 200 Menschen haben am Mittwochnachmittag im Dom an den Freiberger erinnert, dem die Stadt viel verdanken hat.

Freiberg.

Tiefe Trauer: Etwa 200 Verwandte, Politiker, Weggefährten, Freunde und viele Freiberger haben am Mittwochnachmittag bei einem Gottesdienst im Dom von Konrad Heinze, dem langjährigen Oberbürgermeister der Stadt Freiberg, Abschied genommen. Der CDU-Politiker war nach der Wende das erste freigewählte Stadtoberhaupt und leitete die Geschicke Freibergs von 1990 bis 1997 zunächst als Bürgermeister, von 1997 bis 2001 als Oberbürgermeister. Für seine besonderen Verdienste um die freiheitliche demokratische Entwicklung war er 2000 mit der Sächsischen Verfassungsmedaille geehrt worden. Am 28. September starb Konrad Heinze im Alter von 76 Jahren.

Als Vorsitzender des Kirchenvorstands der Domgemeinde bedankte sich Michael Steeger "für die Zeit, die wir mit Konrad Heinze hatten und in der er im Freiberger Dom zuhause war. Er wird uns fehlen". Heinze war lange Zeit Vorsitzender des Vorstands der Gemeinde.

Die Universitätsstadt Freiberg profitiere "noch heute von seinem Weitblick und Engagement", erklärte Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) über seinen Vorgänger im Amt. Für viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung Freiberg sei er "der beste Vorgesetzte, den sie je hatten" gewesen, so Krüger. "Bei allem, was er tat, stand Konrad Heinze fest im Glauben", erinnerte Thomas Schönfeld vom Kegelclub "Hansa", den Heinze lange Zeit geleitet habe. Im November 2019 war Heinzes Ehefrau Renate gestorben. "Wir haben erlebt, wie schwer für ihn die Zeit danach war."

Wie Superintendentin Hiltrud Anacker sagte, sei die Jahreslosung von 2014, "Gott nahe zu sein, ist mein Glück", für den Verstorbenen besonders bedeutsam gewesen. "Er war ein Mensch, der vom christlichen Glauben geprägt war", so die führende Geistliche des Kirchenbezirks; mit ihm habe man stundenlang über Gott und die Welt diskutieren können.

Konrad Heinze war am 30. November 1943 in Zwickau geboren worden. Nach dem Studium an der TU Bergakademie in Freiberg arbeitete er als Diplom-Geophysiker. Später war er in der EDV-Projektierung im VEB Berg- und Hüttenkombinat tätig. Im Wendeherbst 1989 wirkte er an Gesprächsforen in der Petrikirche und am Runden Tisch in Freiberg mit. Zudem war er Vorsitzender des Vereins Forum 91 Freiberg, der sich mit der Aufarbeitung des SED-Unrechtes beschäftigt. Er wirkte zugleich lange Zeit als Kreisrat und war von 2009 bis 2019 Stadtrat in Freiberg.mit  (ar)

Festkolloquium: Die Stadt Freiberg richtet am 9. November 2020 ab 17 Uhr in der Nikolaikirche eine Gedenkveranstaltung aus. Die Mittelsächsische Philharmonie wird dabei Lieblingswerke von Konrad Heinze spielen.

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