Biebersteiner "Bieberburg" soll sich behutsam füllen

Die Kindertagesstätte in dem Reinsberger Ortsteil ist für fast 500.000 Euro erweitert worden. Aber mehr Platz heißt nicht sofort mehr Plätze.

Bieberstein.

Das Obergeschoss ist aus- und ein neues Treppenhaus angebaut, die Betriebserlaubnis vom Landesjugendamt liegt vor - in der Kindertagesstätte "Bieberburg" können jetzt elf Krippen- und 24 Kindergartenkinder betreut werden. Durch die Erweiterung, die die Gemeinde fast 500.000 Euro gekostet hat, ist die Kapazität der Einrichtung in Bieberstein um vier Krippen- und acht Kindergartenplätze gestiegen.

Die Anzahl der Kinder soll aber nur Schritt für Schritt erhöht werden, erklärt Jana Boew: "Wir reden hier über kleine Menschen, und nicht über Computer, die in einen Raum gestellt werden." Das pädagogische Konzept der Kindertagesstätte sehe vor, so die Leiterin weiter, dass jedes Kind einzeln ausreichend Zeit für die Eingewöhnung erhalte und nicht auf einen Schwung mehrere Mädchen und Jungen aufgenommen werden. Zudem sei es wichtig, auch vom Alter her eine gute Mischung zu erreichen, so Jana Boew: "Ab April haben wir 23 Kinder, darunter sind vier Einjährige."

Eine radikale Aufstockung scheitert auch noch an einem anderen Grund: Es gibt nicht genügend Personal. Der Elternverein, der Träger der Kindertagesstätte ist, sucht aktuell zwei Erzieher beziehungsweise Erzieherinnen. Ein entsprechendes Stellenangebot findet sich beispielsweise auf der Webseite des Vereins. Auch die Gemeinde kennt das Problem - sie hatte sogar einen Bonus von 1500 Euro für Fachkräfte ausgelobt, die in eine Kita in der Gemeinde wechseln. Die Aktion sei aber ohne Erfolg geblieben, räumt Bürgermeister Bernd Hubricht (CDU) ein.

Die Gemeinde bietet den Kindertagesstätten in freier Trägerschaft - neben der "Bieberburg" in Bieberstein wird auch der "Glitzerstein" in Hirschfeld von einer Elterninitiative getragen, die Einrichtung in Dittmannsdorf wird von der evangelischen Kirchgemeinde geführt - an, bei Personalengpässen mit Erziehern aus dem Hort der Grundschule in Neukirchen auszuhelfen.

Für den Biebersteiner Elternverein käme diese Lösung aber nur im äußersten Notfall in Frage. "Der Hort könnte uns im Wesentlichen nur vormittags unterstützen, da sich die Erzieher nach dem Unterricht ja wieder um die Grundschüler kümmern müssen", erläutert Jana Boew. Gerade der Vormittag sei aber die Zeit, in der hauptsächlich die Umsetzung des pädagogischen Konzepts erfolge. Sie müsste den Dienstplan dann so umstricken, dass die eigenen Kräfte - neben ihr als Leiterin seien derzeit noch zwei Erzieherinnen in Teilzeit in Bieberstein angestellt - am Nachmittag in der Kita sind. "Dann sind aber einige Kinder schon nicht mehr da. Das wäre nicht gut für unsere Arbeit", schätzt Jana Boew ein: "Wir wollen lieber Erzieherinnen, die richtig bei uns eingestellt sind."

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