Bilanz der Fachleute: Test bestanden

Wie viel Wasser kann die Gimmlitz in Lichtenberg aus der Talsperre fassen? Am Samstag richteten sich viele Blicke auf den Fluss.

Lichtenberg.

Die Gimmlitz stand am Samstag im Blickpunkt von Fachleuten und Einwohnern. In der hochwassergeplagten Gemeinde Lichtenberg lief ein Test, um zu prüfen, wie viel Wasser die vorgelagerte Talsperre in den Fluss abgeben kann, ohne dass der Ort in Mitleidenschaft gezogen wird. "Wir überprüfen unsere Berechnungen heute in der Praxis", erklärte Alexander Held, stellvertretender Betriebsleiter in der Landestalsperrenverwaltung (LTV). "Berechnet wurde, dass wir statt den 6,5 Kubikmetern Wasser pro Sekunde, wie es normal ist, im Notfall neun Kubikmeter abgeben könnten", so der Experte.

So wurde seit dem Morgen die Wassermenge schrittweise erhöht. "Man hört sofort, wenn der Flusslauf zu steigen beginnt", sagte Anwohner Lars Gronwaldt. Er zählte zu den Beobachtern des Testlaufs. Am Wasser hat der junge Mann eine kleine Parzelle, die bislang bei jedem Hochwasser überflutet war. "Meine Pegelstelle sind vier Treppenstufen. Die sind schon überspült", sagte er gegen 11 Uhr. Dennoch machte er sich keine Sorgen. "Wir sind informiert worden, dass es sein muss." Auch Jan-Roy Raebiger richtete seine Blicke auf die steigende Gimmlitz an der neuen Überführung neben seinem Grundstück. "Wiederholt hat es unser Grundstück erwischt, Wasser- und Gasleitungen wurden herausgerissen. Der Testlauf macht Sinn." Auch Roland Schmerler verfolgte das Geschehen. Nach dem Mittag standen sein Grundstück so wie eine Handvoll weitere unter Wasser. Feuerwehrleute hielten Sandsäcke bereit. "Seit den Überflutungen unseres Hauses bringt jedes Wasserrauschen ein ungutes Gefühl. Es ist gut, wenn gecheckt wird, was wie verbessert werden kann." Der Lichtenberger wünscht sich, dass ein in den Bachlauf ragender Baum gefällt wird.


Ab Samstagmorgen behielten Messingenieure die Pegelmessstelle nahe der Gemeindeverwaltung im Auge. Mit Spezialgeräten verfolgten Uwe Köhler, Marie Lange und Marko Thieme den steigenden Wasserstand, sammelten Daten, zeichneten Eichmessungen auf. Auch am Fuße der Talsperre wurde das Geschehen dokumentiert. "Etwa 45 Minuten dauert es, bis die jeweilige Erhöhung der Wassermenge am Pegel registriert wird", sagte Alexander Held. Gegen 14 Uhr waren die neun Kubikmeter Wasser pro Sekunde herausgelassen. Auch Bürgermeisterin Steffi Schädlich sah sich vor Ort um. "Der Test zeigt, dass die Überlegungen aufgehen. Die Skepsis der Anwohner wurde heute ein Stück abgebaut", sagte sie. Die Fakten hätten beispielsweise Konsequenzen für weitere Wohnstandorte.

Alexander Held nannte den Testlauf gelungen. "Jetzt wird ausgewertet. Dann werden wir Entscheidungen treffen und den Anwohnern mitteilen." Er lobte die Zusammenarbeit aller einschließlich Einwohnerschaft. Gravierende Komplikationen habe es nicht gegeben, jedoch bedürfe es an bestimmten Punkten im Ort erhöhter Aufmerksamkeit.

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