Blutspende: Ein Rekord für die Ewigkeit

Zum 200. Mal hat sich Henning Pätz den Lebenssaft zapfen lassen. Für den Uhrmachermeister die normalste Sache der Welt.

Freiberg.

Im Kreiskrankenhaus ist es ruhig an diesem Dienstagmorgen. Allein in der Blutspende im ersten Stock brennt schon Licht. Schwester Grit Starzynski trifft letzte Vorbereitungen für den ersten Spender des Tages. Es ist Henning Pätz, der dies nicht zum ersten Mal macht. Genau darin liegt das Besondere an diesem Tag. Denn der Uhrmachermeister mit einem Geschäft in der Freiberger Altstadt ist dabei, einen Rekord für die Ewigkeit aufzustellen.

Als er diesmal Platz nimmt und seelenruhig zusieht, wie 500 Milliliter seines Lebenssaftes abgezogen werden, geschieht das zum insgesamt 200. Mal. "An eine solche Zahl kann ich mich bei anderen Spendern nicht erinnern", sagt Grit Starzynski. "Und ich bin seit 1990 hier." Als der "Ewige Spender" wurde Pätz schon mehrfach bei Dankeschön-Veranstaltungen des Kreiskrankenhauses für die zahlreichen Blutspender bezeichnet. Nun knackt er die magische 200er-Marke.

Es war sein Vater, der ihm die Notwendigkeit der Blutspende vermittelt hat, erzählt Pätz. "Er selbst schaffte es auf 110 Abgaben." "Seit seinem 18. Lebensjahr gehe Pätz regelmäßig im Kreiskrankenhaus spenden. Und das jedes Mal unentgeltlich. Zu DDR-Zeiten durften Männer und Frauen nur bis zu viermal pro Jahr Blut spenden, seit der Wende erhöhte sich die Anzahl für Männer auf sechs. Es sei für ihn eine der normalsten Sachen auf der Welt, meint Pätz. "Für mich gehört es schon regelrecht zum Lebensrhythmus." Nach der Blutspende trinke er noch einen Kaffee im Haus, schaue sich die Bilder der aktuellen Ausstellung an und gehe dann zur Arbeit.

Aus Anlass der Rekordspende schaute sogar Stefan Todtwalusch, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Freiberg, in der Blutspende vorbei und überreichte einen Präsentkorb als Dankeschön. "Seit ich hier im Haus bin, versuche ich, Herrn Pätz nachzueifern", sagt der Geschäftsführer: "Allerdings glaube ich kaum, dass ich es auf diese astronomische Zahl bringen werde."

Henning Pätz hat noch einige Jahre die Möglichkeit, sein Blut zu spenden. Er wird in diesem Jahr erst 60 Jahre alt. Bis zum Eintritt ins Rentenalter und in manchen Fällen auch darüber hinaus darf dieser wichtige Dienst an der Gesellschaft in Deutschland ausgeübt werden. Im Kreiskrankenhaus sorgen rund 2000 Spender dafür, dass stets genügend Blutkonserven in allen acht Blutgruppen zur Verfügung stehen.

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