Blutspende: Nicht alle auf einmal

Viele Mittelsachsen spenden derzeit ihr Blut, um Gutes zu tun, darunter viele Erstspender. Im Moment sind die Vorräte gut gefüllt. Das Problem: Alle, die jetzt spenden, müssen dann acht Wochen lang pausieren.

Freiberg/Flöha/Rochlitz.

Sowohl im Kreiskrankenhaus Freiberg, als auch bei den Terminen des Deutschen Roten Kreuzes spenden derzeit viele Mittelsachsen Blut. Sogar Familien mit erwachsenen Kindern sind gekommen, sagt Kliniksprecherin Ulrike Träger. Coronabedingt arbeitet das Personal mit Handschuhen und Mundschutz, eine Schwester misst die Körpertemperatur und fragt den Gesundheitszustand des Spendewilligen ab. Zudem gilt: Abstand halten.

Die Befürchtung, dass Spender aus Angst, sich mit Corona zu infizieren, zu Hause bleiben, hat sich nicht bestätigt. "Ich habe mich sicher gefühlt und finde Blutspenden nicht gefährlicher als Einkaufen", meint eine Freibergerin, die zum ersten Mal im Krankenhaus Blut gespendet hat.

Die Blutproben, die im Labor etwa auf Antikörper bzw. Antigene gegen Hepatitis-B und Hepatitis-C, HIV sowie Syphilis untersucht werden, werden bislang nicht auf SARS-CoV-2 untersucht. Bei symptomlosen Personen sei das Virus im Blut nicht nachweisbar, heißt es dazu. Tests seien bislang nicht vorgeschrieben. Dennoch bereiten sich die DRK-Blutspendedienste auf mögliche Maßnahmen vor, heißt es auf der Internetseite.

Auch Kerstin Schebitz vom DRK-Zentrum in Rochlitz und Heiko Horn, der die DRK-Termine für die Altkreise Flöha und Brand-Erbisdorf koordiniert, beobachten den Zuwachs. "Wir sind sehr begeistert, dass so viele Leute zum Blut spenden kommen", sagt Horn. Richtig gut seien etwa die Termine in Langenau und Dorfchemnitz gelaufen. "In Langenau hatten wir sieben oder acht Neuspender, in Dorfchemnitz acht bis neun. Das ist überdurchschnittlich." Zudem seien Neuhausen und Lichtenberg Orte, in denen traditionell viele Menschen Blut spenden. Das hänge aber auch mit der Einwohnerzahl zusammen; vergleichen ließen sich Orte nicht.

Die mobilen Blutspendeteams in der Region starten vom Institut für Transfusionsmedizin Chemnitz, das die Krankenhäuser und Kliniken im Großraum Chemnitz mit Blut-, Eigenblut-, aber auch mit Plasma- und Zellspenden versorgt. Das DRK empfiehlt, Kinder nicht mit zum Blutspenden zu nehmen. Dafür sollte man seinen eigenen Kugelschreiber zum Ausfüllen des Fragebogens mitbringen.

Die Krux am Blutspenden ist allerdings, dass zwischen zwei Spenden mindestens 56 Tage liegen müssen. Das heißt: Alle, die jetzt spenden, müssen dann acht Wochen lang pausieren , weil sich in dieser Zeit der Körper erholen soll. Dabei könnte das gesunde Spenderblut in der sich anbahnenden Coronawelle enorm wichtig sein.

Schon jetzt braucht es laut DRK täglich 15.000 Spenden, um die Versorgung schwerkranker Patienten in deutschen Kliniken lückenlos zu sichern. Dazu kommt, dass einige wichtige Blutpräparate nur wenige Tage haltbar sind. Der Blutspendedienst empfiehlt Spendenwilligen daher, ihre Spende gut zu planen und am besten online oder telefonisch einen Termin zu vereinbaren - auch um Andrang zu vermeiden. Dazu kann man sich tagesaktuell informieren, wie es um den Vorrat an Blutkonserven bestellt ist. Stand 31. März steht es gut um den Vorrat der Blutgruppen A+, B+, AB+ und AB-. Von Blut der Gruppe 0- gibt es einen geringen Bestand; in den nächsten Tagen werden diese Blutspenden dringend gebraucht.

Der nächste Termin ist voraussichtlich am 8. April, 15 bis 19 Uhr in der Muldentalhalle Mulda, 14 bis 19 Uhr in der Turnhalle Neuhausen und von 16 bis 19 Uhr im Seniorenclub Leisnig. Nachfragen zu Terminen werden telefonisch unter 0800 11 949 11 beantwortet.

Termin reservieren unter terminreservierung.blutspende-nordost.de

Tagesaktuelles Blutspendebarometer unter https://www.blutspende-nordost.de/wissen-und-blut/blutspendebarometer.php


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