Brand in Freiberg: Fragen bleiben offen

Die Ermittlungen zur Ursache des Feuers mitten in der Altstadt dauern an. Am Mittwoch plant die Domgemeinde eine Gedenkfeier für das Opfer.

Freiberg.

Einen Tag nach dem Dachstuhlbrand in der Innenstadt zieht es viele Freiberger weiterhin zum Ort des Geschehens. Passanten bleiben vor dem Bauzaun stehen, der die Akademiestraße zwischen Burgstraße und Kaufhausgasse absperrt und blicken auf die Ruine.

Am Sonntagmittag hatte die Feuerwehr eine Leiche aus dem Gebäude geborgen. Ob es sich dabei um die vermisste 74-jährige Anwohnerin der Akademiestraße 5 handelt, ist bislang nicht bestätigt. Eine rechtsmedizinische Untersuchung soll das klären. Außerdem sucht die Polizei weiter nach der Brandursache. "Möglicherweise lassen sich einige Fragen gegen Ende der Woche klären", sagt Polizeisprecher Andrzej Rydzik am Montag auf Anfrage.

Sieben Anwohner der benachbarten Häuser hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. "Wir gehen davon aus, dass die meisten heute wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können", sagt OB Sven Krüger (parteilos) am Montag. Da aber auch das Dach des Nachbarhauses beschädigt wurde, kann eine Wohnung nicht benutzt werden. Die Anwohner des evakuierten Hauses waren bei Bekannten oder auf Kosten der Stadt in nahegelegenen Pensionen untergebracht.

Am Montag blickt Richard Theiss auf das zerstörte Gebäude. Seine Firma, ein Abschleppdienst vom Seilerberg, hatte in der Brandnacht dafür gesorgt, dass die Feuerwehr freie Bahn hatte. Durch heruntergefallene Ziegel erlitten zwei der parkenden Autos einen Totalschaden, bevor sie wegtransportiert werden konnten, so Theiss. Er fügt hinzu: "Es hätte aber noch viel schlimmer kommen können, wenn der Brand sich ausgebreitet hätte."

Denn die Gebäude greifen nahtlos ineinander, wie Thomas Bräuer, der für eine Gerüstbaufirma arbeitet, sagt und das Nachbargebäude begutachtet. "Wegen der Witterung müssen wir dringend handeln." Daher soll nun so schnell wie möglich ein Gerüst hochgezogen werden, damit weitere Sicherungsarbeiten schnell erfolgen können.

Auch die benachbarte Archiv-Außenstelle der Stadt ist vom Brand betroffen. "Das Archivgut wurde gesichert und hat durch den Brand und die Löscharbeiten keinen Schaden genommen", heißt es von der Stadt. Das Dach der Außenstelle wurde notdürftig repariert. Mitarbeiter des Archivs kontrollieren nun täglich Luftfeuchtigkeit und Temperatur, um sicherzustellen, dass das speziell für die gelagerten Stücke benötigte Raumklima erhalten bleibt.

Die Feuerwehr wurde vielfach für ihren professionellen Einsatz am Sonntag gelobt. "Vor 70, 80 Jahren wäre die gesamte Häuserreihe abgebrannt", hatte etwa Alexander Lau, Einsatzleiter der Polizeidirektion, am Sonntag am Ort des Geschehens gesagt. Die beim Einsatz beschädigte Drehleiter der Feuerwehr werde aktuell repariert, heißt es aus dem Rathaus. Eine neue Leiter ist außerdem bestellt und soll ab Jahresende zum Einsatz kommen.

Der Person, die am Sonntag ums Leben gekommen ist, soll nun gedacht werden. Die Domgemeinde plant daher für Mittwoch eine Andacht in der Annenkapelle. "Ich finde, dass ist ein sehr schöne Geste und ich werde selbstverständlich daran teilnehmen", sagt OB Krüger.

 

 

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