Brander Eltern zahlen für Notbetreuung ihrer Kinder

Nicht überall werden Familien von den Kosten für die Zeit während Corona entlastet. Unter anderem Brand-Erbisdorf und Frauenstein halten an einem Elternanteil fest.

Brand-Erbisdorf.

Die Elternbeiträge in Coronazeiten haben in der jüngsten Brand-Erbisdorfer Stadtratssitzung zu Diskussionen geführt. Dennoch bleibt es dabei: Eltern, die ihre Kinder zwischen dem 20. und 30. April in der Notbetreuung in Brander Kindertagesstätten und Horten umsorgt wussten, zahlen dafür ihren Anteil aus eigener Tasche. Insgesamt muss die Stadt somit Kosten von knapp 5150 Euro für diesen Zeitraum nicht übernehmen.

Das aber wollten die Fraktion der Bürgerinnen für Brand-Erbisdorf sowie Vertreter unter anderem der Freien Wähler und der Linken im Stadtrat mit einem fraktionsübergreifenden Antrag im Juli-Stadtrat nochmals diskutieren. Die Befürworter des Antrags sprachen sich für eine Übernahme der Elternbeiträge durch die Stadt aus. Der Hauptausschuss von Brand-Erbisdorf hatte bereits am 16. Juni entschieden, die Beiträge für den besagten Zeitraum den Eltern aufzuerlegen, doch Stadträtin Bianca Beyer (Bürgerinnen für Brand-Erbisdorf) begründete den Antrag aktuell unter anderem damit, dass von der Stadt gegenüber den Trägern der Kitas eine Übernahme des Elternanteils angesprochen worden sei. "Dazu soll es auch eine Mail der Stadt an die Träger gegeben haben", erklärte sie in der Sitzung.

Bürgermeister Martin Antonow (parteilos) bestätigte die E-Mail auf Nachfrage der "Freien Presse", dennoch habe der Hauptausschuss später anders entschieden. Das sei zu respektieren. Mit dieser Begründung lehnten unter anderem auch Vertreter der CDU-Fraktion es ab, das Thema erneut zu besprechen und eventuell sogar anders zu entscheiden. Damit bleibt es bei der taggenauen Abrechnung der Elternbeiträge für die Zeit vom 20. bis 30. April. Jene Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und ihre Kinder in der Notbetreuung hatten, zahlen auch dafür. "Für die Zeit bis zum 20. April ist wegen Corona für die Träger zentral gesorgt. Die Beiträge während der Schließzeit werden laut Städte- und Gemeindetag vom Freistaat mitfinanziert", sagte OB Antonow.

Diesen Weg geht auch die Stadt Frauenstein. Wie Bürgermeister Reiner Hentschel und Kämmerin Carola Kern bestätigten, werden für die Zeit während Corona vom 18. März bis 17. April in den Kitas der Stadt keine Elternbeiträge erhoben. "Ab dem 18. April zahlen nur die Eltern für die Notbetreuung, die ihre Kinder in die Einrichtungen gebracht haben", sagte die Kämmerin. Ab dem 18. Mai werden die Elternbeiträge in den Frauensteiner Kinderhäusern wieder nach dem Betreuungsvertrag berechnet. Allerdings weiß die Stadt Frauenstein wie die anderen Gemeinden derzeit noch nicht, wie der Freistaat konkret das den Kommunen ausgefallene Geld ausgleichen werde.

Die Stadt Freiberg hingegen hatte mit Stadtratsbeschluss vom Juni zugesagt, die Elternbeiträge für die Kita-Betreuung rückwirkend bis zum 17. Mai generell auszusetzen. Ziel sei es, die Familien finanziell zu unterstützen und damit einen Beitrag zu leisten, möglichst gut aus der Krise zu kommen, hieß es dazu aus dem Rathaus. Die Stadt vertraut auch darauf, dass der Freistaat die Kommunen finanziell unterstützt. Während der ersten Schließzeit der Kitas - Mitte März bis Mitte April - würden den Eltern demnach alle Beiträge erstattet, auch wenn die Notbetreuung in Anspruch genommen wurde. Für die zweite Schließzeit vom 18. April bis 17. Mai werde der Freistaat die Elternbeiträge finanzieren, sofern keine Notbetreuung stattfand, hoffen die Freiberger.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.