Brauer tüfteln an einem Festbier

Für das erste Freiberger Oktoberfest wird ein eigenes Bier gebraut. Getrunken werden kann es nur, solange der Vorrat reicht.

Freiberg.

Dass es in einem Labor blubbert und brodelt, das darf man erwarten. Und dass es im Labor des Freiberger Brauhauses vor allem um den goldenen Gerstensaft geht, dürfte auch niemanden verwundern. Da gibt es beispielsweise eine Vorrichtung, bestehend aus zwei Kästen, die durch Schläuche miteinander verbunden sind. In dem einen Kasten steht eine Flasche Bier, der andere enthält eine Art Reagenzglas. Der Inhalt der Flasche wird in jenes Glas gepumpt, damit man nicht nur zugucken kann, wie es vor sich hin schäumt, sondern auch die Qualität und Reinheit überprüft. Jede neue Charge Bier, die im Haus verfüllt wird, kommt so erst einmal unter die Lupe.

Das ist das Alltagsgeschäft der fünf Labormitarbeiter. Doch in diesen Tagen kam noch eine Aufgabe hinzu, welche Konstantin Kopahnke, studierter Brauer seines Zeichens, als die Königsdisziplin bezeichnet. Für das erste Freiberger Oktoberfest, das vom 20. bis 22. September auf dem Brauhausgelände stattfindet, wurde nämlich ein eigenes Bier gebraut. "Und zwar in einer festgelegten Hektoliterzahl von 140", so Kopahnke. Marketingchef Ralf Rehagel erweist sich sofort als Schnellrechner. "Das bedeutet 14.000 Maß Bier", sagt er. Ist das alle, ist auch Schluss mit dem besonderen Trunk, der somit zunächst ein einmaliges Erlebnis bleiben soll.

Das Bier zeichnet sich durch eine höhere Stammwürze aus, die man deutlich herausschmeckt. 13 Prozent müssen es wenigstens sein. "Damit bewegen wir uns mit unserem 'Freiberger Festbier' im Bereich jener Biere, die für solche Veranstaltungen im Allgemeinen gebraut werden", so Rehagel. Weniger Hopfen als ein Pils, 5,7 Prozent Alkohol und ein etwas höherer Malzeinsatz runden das Getränk ab. "Es sollte möglichst süffig sein", beschreibt Kopahnke die Aufgabenstellung. "Wir haben zunächst mehrere Rezepturen entworfen und nach dem Verkosten die beste ausgewählt."

Das Freiberger Festbier wird nicht auf Flaschen abgefüllt, sondern nur zum Oktoberfest vom Fass in der Maß angeboten. Im großen Krug präsentiert es sich in einer tiefgoldenen Bernsteinfarbe, und einmal in der Kehle entfaltet sich ein echtes Geschmackserlebnis. "Es ist ein spannendes Spiel zwischen den vier Rohstoffen", findet Frank Rehagel. Beim Oktoberfest gibt es außer dem Festbier noch das Radler für diejenigen, die es gern etwas süßer mögen, und das alkoholfreie Pils, falls jemand mit dem eigenen Pkw wieder nach Hause muss.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Zeitungss
    10.09.2019

    Wegen dem Verkaufspreis hat man sicherlich schon einmal einen Gesandten nach München geschickt, man möchte doch nicht nachstehen. Die Münchner knacken dieses Jahr die 13 Euro Marke, wie zu erfahren war. Es handelt sich dabei nicht um den Fass- sondern Literpreis.
    Ich wünsche den Brauern trotzdem ein gutes Gelingen.

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    Juri
    09.09.2019

    Ich liebe unsere Stadt und dazu gehört auch unsere Brauerei. Mir ist auch bewusst, dass sich Geschäftsleute zu jeder Zeit etwas einfallen lassen müssen. Schließlich müssen, wollen sie ein Produkt verkaufen und tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiter.
    Aber würde es nicht genügen, die fröhlichen Besucher erfahren erst auf dem Fest, dass es eine neue schmackhafte Variante unseres Freiberger Biers heute zu kaufen gibt?
    Soll tatsächlich mit dem Artikel die Bierbrautratition erklärt und gewürdigt werden oder steht auch ein wenig Werbung mit auf dem Zettel?
    Ich bin sicher, dass viele meine Fragen nicht verstehen werden (wollen) und meine Gedanken zutiefst ablehnen.
    Egal, darüber nachzudenken ist erlaubt. Schließlich hat das zu erwartende Bier 5,7% Alkohol und ist eben kein "spannendes Spiel zwischen den vier Rohstoffen", sondern durchaus nicht ungefährlich.
    Aber stimmt! Es gibt ja auch noch Radler und jeder kann schließlich selbstbestimmt trinken was für ihn "gut" ist. Also dann Prost und ein fröhliches Fest.



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