Bremer Stadtmusikanten erobern Freiberg

Das neue Märchenspiel des Mittelsächsischen Theaters kommt super an - bei Kindern und Erwachsenen. Und das hat viele Gründe.

Freiberg.

Vier Außenseiter, die scheinbar zu nichts zu gebrauchen sind, verbünden sich und finden ihr Glück. "Die Bremer Stadtmusikanten" sind das diesjährige Weihnachtsmärchen des Mittelsächsischen Theaters. Rund 70 Minuten lang können die Zuschauer mit dem tierischen Gespann Esel, Hund, Katze und Hahn mitfiebern. Sie können sich gruseln, aber auch oft lachen. Und Regisseur Armin Beutel hat das Grimmsche Märchen so inszeniert, dass auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen.

In dieser Woche waren die 9-Uhr-Vorstellungen alle so gut wie ausverkauft. In der 11.30-Uhr-Vorstellung am Donnerstag hingegen bleiben viele Plätze unbesetzt, denn in dieser Zeit gibt es in Kitas Mittagessen mit anschließender Mittagsruhe. Doch das tut der Stimmung im Theater keinen Abbruch. Die Kinder wirken durchaus ausgeschlafen. Sie geben den Tieren, die von ihren Besitzern aus Altersgründen ausrangiert worden waren, lautstark gute Tipps. Sie halten in spannenden Situationen den Atem an, einige springen sogar von den Plätzen und schauen stehend zu. Und sie jubeln, wenn die vier kräftig singenden und prächtig tanzenden Gesellen wieder eine Hürde auf dem Weg nach Bremen gemeistert hatten.

Ob Eselin (Farina-Liza Tollewski), Hund (Almut Buchwald), Katze (Anna Bittner) und Hahn (Anton Andreew) - Sympathieträger sind sie alle vier. Obendrein macht es Spaß, ihnen zuzusehen. Wie die Eselin durch die Gegend trampelt, der Hund an jeden Baumstamm pinkelt, die Katze schleicht und der Hahn von hoch oben kräht, ist einfach köstlich. Im Bühnenbild von Ausstatter Peter Sommerer wiederum kann man schwelgen wie in einem guten Märchenbuch aus Kindertagen. Und der Gesang der vier Stadtmusikanten ist ein Stimmungsgarant schlechthin. Wer jedoch auf das Lied "Wir ziehen in die große Stadt" aus dem Bremer-Stadtmusikanten-Hörspiel aus DDR-Zeiten hofft, wartet vergeblich. Ein Happy End hingegen gibt es - ein unerwartetes.

Deshalb stutzen auch Monika und Peter Göring kurz, als das Licht angeht. "Wir waren nicht ganz sicher, ob es wirklich zu Ende ist", sagt Monika Göring. Und ihr Mann fügt hinzu: "Aber das Stück war klasse. Auch wir Erwachsenen hatten viel Spaß." Ihre sechsjährigen Enkeltöchter Annica und Jessica sind ebenfalls begeistert. Auch Lehrerin Conny Hormann von der Freien Gemeinschaftlichen Schule "Maria Montessori" (FGS) in Freiberg sagt: "Ich fand das Märchen sehr schön." Der zehnjährige Christoph, Schüler an der FGS, meint: "Die Katze und der Esel waren cool." Auch Musik und Tänze gefielen ihm. Seine Mitschülerin Pauline, ebenfalls 11 Jahre alt, sagt: "Mir hat es gefallen. Was besonders? Wie die Katze geschnurrt hat." Und die gleichaltrige Pia, auch von der FGS, sagt: "Ich fand alles gut. Aber am besten war die Katze." Allerdings habe sie ein bisschen Kopfweh bekommen, als es auf der Bühne nebelte und als Flackerlicht blendete. Vollauf begeistert zeigt sich Eckardt Schikora (73): "Ich bin noch einmal zum Kind geworden." Seine 63-jährige Lebensgefährtin Christa Römmler fügt hinzu: "Es war richtig gut." Ihre Tochter Claudia Römmler (26) fand das Stück "spannend". Und deren Lebensgefährte Björn Waltinger (28) sagt, dass er zum ersten Mal im Theater ist. "Aber es hat mir super gefallen. Ich komme auf jeden Fall wieder", versichert er. Vorgemerkt hat sich die Familie schon das Musical "Der Graf von Monte Christo", das ab Februar in Freiberg zu sehen ist.

Nächste Vorstellungen am 11. Dezember, 11 Uhr, am 12. Dezember, 9 und 11.30 Uhr, am 13. Dezember, 9 Uhr, am 18.Dezember, 11Uhr, am 20. Dezember, 11.30 Uhr, am 23.Dezember, 11 und 14 Uhr in Freiberg sowie am 27. Dezember, 11.30 Uhr in Döbeln.

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