Briefmarkenautomat gehört der Vergangenheit an

Die Post will das Gerät im Freiberger Zentrum nicht ersetzen. Es habe sich nicht gerechnet. Kunden, die außerhalb der Öffnungszeiten Briefe verschicken wollen, haben das Nachsehen.

Freiberg.

Briefmarken Fehlanzeige. Wer außerhalb der Öffnungszeiten der Postfiliale am Freiberger Platz der Oktoberopfer Briefe oder Karten verschicken will, aber keine Marken zur Hand hat, guckt in die Röhre. Denn der Briefmarkenautomat ist vor einiger Zeit abgebaut worden. "Seit Juli ist das Porto für Briefe und Karten erhöht worden. Und seitdem gibt es auch keinen Automaten mehr", sagt eine Freibergerin. Sie habe unregelmäßige Arbeitszeiten und den "Briefmarken-Spucker" deshalb oft genutzt. Doch der Automat soll nicht ersetzt werden. Das sagt Postsprecher Mattias Persson auf Anfrage.

Bundesweit seien von einst rund 3800 Briefmarkenautomaten nur noch ungefähr 1150 Automaten im Betrieb. Regionale Zahlen werden nicht veröffentlicht, sagt Mattias Persson, der der Pressesprecher Sachsen der Deutschen Post DHL Group ist. Seine Begründung für den Abbau: Auch die Deutsche Post sei darauf angewiesen, "nachhaltig wirtschaftlich zu arbeiten sowie ihre Investitionen und laufenden Kosten immer wieder zu überprüfen".


Daher habe das 1995 privatisierte Unternehmen auch die Auslastung der Briefmarken-Automaten untersucht. Ergebnis: An vielen Standorten, so auch in Freiberg, sei die Nachfrage erheblich zurückgegangen, so Persson. Das Kundenverhalten beim Briefmarkenkauf habe sich verändert. So würden viele Kunden Briefmarken auf Vorrat oder online im Internet kaufen. "Zudem zwang uns die gestiegene Reparaturanfälligkeit unserer in die Jahre gekommen Briefmarken-Automaten zum Handeln", so der Postsprecher. Da sich ihr Betrieb nicht lohne, sei es "aus kaufmännischen Gründen nicht vertretbar, die Automaten weiter zu betreiben, öfter zu reparieren oder sogar zu erneuern", so Persson.

Übrigens steht laut Internetauftritt der Deutschen Post noch ein Briefmarkenautomat am Platz der Oktoberopfer. Dazu Postsprecher Persson: "Da wurden die Daten noch nicht ins System eingepflegt. Das werden wir schnellstens ändern."

Und einen anderen Briefmarken-Automaten in Freiberg gibt es ebenfalls nicht. Aber am bundesweiten Servicetelefon konnte der Mitarbeiter zunächst nicht sagen, ob in der Filiale Karl-Kegel-Straße 69 in Freiberg ein Automat vorhanden ist. Als die Redakteurin nach der Telefonnummer der Filiale fragte, um sich dort selbst zu erkundigen, sagte der Mitarbeiter, diese Filiale habe keinen Telefonanschluss. Erst auf den Einwand, dass dies ja schlechter als zu DDR-Zeiten sei, schaute er noch einmal nach - und empfahl die Filiale am Platz der Oktoberopfer. Und dort ist kein Automat mehr. "Wir werden die Angaben ändern", so Postsprecher Persson dazu.


Wo es Marken gibt

Briefmarken können in Freiberg gekauft werden: in den DHL-Paketshops bei Rewe, Am Bahnhof 4, Friedeburger Straße11, bei Mechanik-Busch, Schönlebestraße 4a, im Bestell-Shop Steidel, Stollngasse 3, in der Bäckerei Kästner, Hainichener Straße 5, und bei Euronics XXL, Dresdner Straße 54, sowie in Deutsche-Post-Filialen (früher Agenturen) PWV Presseshop, Bebelplatz 2, Minimarkt Kreul, Hainichener Straße 46, bei Lotto/Zeitungen/Post, Karl-Kegel-Straße 69, und bei Presse-Lotto, Häuersteig2. Zudem in Schreibwarengeschäften und im Internet. Briefträger der Deutschen Post verkaufen Marken in Orten ohne Postfiliale. (hh)

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