Brücke an der Beyermühle bekommt eine Kur

Die Holzkonstruktion über die Freiberger Mulde bei Siebenlehn soll für rund 26.000 Euro eine neue Beschichtung erhalten. Denn das Bauwerk weist Moosschäden auf.

Siebenlehn.

Größer kann der Kontrast kaum sein: Die Holzbrücke im Vordergrund und die Autobahnbrücke aus Beton und Stahl im Hintergrund. An der ehemaligem Beyermühle an der Freiberger Mulde bei Siebenlehn können Wanderer den Blick auf die beiden Bauwerke genießen. Die erste Brücke ist etwa 30Meter lang, die zweite misst 413Meter. Wer die hölzerne Brücke genau inspiziert, entdeckt vermooste Stellen. Zudem haben Unbekannte Graffiti angebracht. Dieses Jahr soll die Brücke deshalb gereinigt werden und eine neue Beschichtung erhalten. Den Auftrag dafür haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung an Malermeister Markus Hofmann aus dem Lichtenberger Ortsteil Weigmannsdorf vergeben. Er hatte mit rund 26.000 Euro das günstigste Angebot unterbreitet.

Zwei von drei aufgeforderten Fachfirmen hatten bei der Ausschreibung laut Bauamtsleiter Frank Jänich Angebote eingereicht. Ausschussmitglied Joachim Pilz (CDU) wurde von der Beschlussfassung wegen Befangenheit ausgeschlossen; er hatte am Ausschreibungsverfahren teilgenommen. Die Kostenschätzung des städtischen Bauamtes lag bei 27.300 Euro, also fünfProzent über dem Angebot.

Einst führte eine metallene Brücke, ebenfalls nur für Fußgänger, über die Mulde nahe der einstigen Beyermühle. Dieses Bauwerk fiel dem Augusthochwasser 2002 zum Opfer. Deshalb wurde die Fußgängerbrücke ab 2004 als überdachte Holzkonstruktion errichtet - anfangs in Regie der Stadt Siebenlehn, nach der Eingemeindung Siebenlehns hatte die Stadt Großschirma den Hut auf. Die Kosten in Höhe von rund 110.000 Euro flossen aus dem Programm zur Hochwasserschadensbeseitigung. 2008 wurde die Oberfläche der Brücke schon einmal teilweise behandelt.

Inzwischen aber weist das Bauwerk wieder Moosschäden und Schmierereien auf. Bei der turnusmäßigen Brückenprüfung im vorigen Jahr wurden diese Mängel festgestellt und Reinigung sowie Neubeschichtung empfohlen. "Für die Arbeiten ist einkomplettes Einrüsten der Brücke erforderlich", erläutert Amtsleiter Jänich.

Wanderer nutzen die hölzerne Brücke, wenn sie auf dem Rundwanderweg zwischen Nossen und Siebenlehn unterwegs sind. An der überdachten Sitzgruppe neben der Brücke, die vom Bauhof gepflegt wird, legen sie gern eine Pause ein.


Einst die höchste Autobahnbrücke Europas

Die Talbrücke Siebenlehn der A 4 spannt sich als 413 Meter lange Balkenbrücke über die Freiberger Mulde. Mitte der 1930er-Jahre erbaut, war sie damals mit 70 Metern über Talgrund die höchste Autobahnbrücke Europas. Die Eröffnung der Strecke Chemnitz-Dresden nahm Adolf Hitler vor. Dafür wurde im Muldental eine Tribüne errichtet, von welcher aus er eine Rede hielt und danach die Brücke besichtigte. 1994/97 wurde die Brücke im Zuge des A-4-Ausbaus teils neu aufgebaut und verbreitert. (hh)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...