Brücke Krummenhennersdorf: Demo-Initiator dämpft Euphorie

Christian Rüdiger sieht noch einen langen Weg bis zu einem Neubau über die Bobritzsch - auch wenn das Projekt genehmigt ist.

Krummenhennersdorf.

Ein wichtiges Ziel ist erreicht, aber der Brückenneubau über die Bobritzsch in Krummenhennersdorf hat lange nicht begonnen. So lässt sich die Mahnung zusammenfassen, mit der sich Christian Rüdiger an die "Freie Presse" gewandt hat. Der Krummenhennersdorfer hatte eine Demo am 30. April in seinem Heimatort mitorganisiert, um der Forderung nach einem Brückenbau Nachdruck zu verleihen. Kurz vor der Veranstaltung, an der etwa 100 Bürger teilgenommen hatten, war bekannt geworden, dass die Landesdirektion Sachsen den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt erlassen und damit formell Baurecht geschaffen hatte.

Durch die Berichte über den Verwaltungsakt seien viele Leser nicht nur in Krummenhennersdorf der Meinung, schreibt Rüdiger, dass der Brückenneubau über die Bobritzsch nach dem Planfeststellungsbeschluss nur noch eine reine Formsache sei. Nicht nur die Anwohner würden sich sehr freuen, wenn es so käme, so der frühere CDU-Kreischef weiter: "Ich will die Erwartungen aber etwas dämpfen, denn es kann noch ein langer Weg bis zum Bau der Brücke sein."


Richtig sei, urteilt der Demo-Initiator, dass ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Neubau nach 27 Jahren erreicht worden sei. Die Demonstranten hätten den Beteiligten, insbesondere den Damen und Herren im Landesamt für Straßenbau und Verkehr und der Landesdirektion Sachsen, auch recht herzlich gedankt. Gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz müsse der Beschluss ausgelegt werden und er könne durch Klage angefochten werden. "Aus den Erfahrungen aus anderen Projekten wie zum Beispiel der Freiberger Ortsumgehung, wissen wir, dass auch Naturschutzverbände den Klageweg bestreiten", erklärt Rüdiger. Die Demonstranten seien sich am 30. April einig gewesen, "dass eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein Affront gegen das Leben und die Gesundheit sowie das Hab und Gut der Krummenhennersdorfer Bürger ist, denn es gibt wegen der bestehenden Brücke erhebliche Gefährdungen durch Hochwasser, Eisgang und Verkehr."

Zum Beweis legt Rüdiger Bilder zur Verkehrsgefährdung vor: "Verschiedene Unfälle sind schon auf der Brücke passiert. Gott sei Dank ist dabei noch kein Tank ausgelaufen und der Inhalt in die Bobritzsch gelangt. Eine latente Umweltgefahr!"

Ein weiterer Meilenstein für den Neubau sei die Finanzierung durch den Freistaat Sachsen. Zusätzlich sei bei der Demo auch auf den unzumutbaren Zustand der Staatsstraße S 196 in Krummenhennersdorf vor und hinter der Brücke bei der Demo verwiesen worden. Unter den Demonstranten habe Einigkeit geherrscht, dass der Zustand der Straße und der Brücke 29 Jahre nach der deutschen Einheit eine Blamage darstelle. Das sei auch auf den mitgeführten Schildern zu lesen gewesen.

Zum Abschluss der Demo sei ein Brief an den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr verabschiedet worden, so Rüdiger. Darin sei Martin Dulig (SPD) gebeten worden, die Finanzierung des Brückenneubaus einschließlich des Straßenausbaus abzusichern. "Dies wäre eine echte Aufwertung des Ortes Krummenhennersdorf und ein sichtbares Zeichen der Stärkung des ländlichen Raumes", betont Rüdiger.

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