Bürgerball bringt die Dörfer zusammen

Mit einem Fest bis in die Nacht feierte Bobritzsch-Hilbersdorf sich einmal selbst. Im Mittelpunkt: die Bürgerpreisträger.

Hilbersdorf.

Spätestens als einigermaßen überraschend die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Niederbobritzsch einmarschierte und ein stimmungsvolles Ständchen brachte, war klar, dass dieser fünfte Gemeindeball von Bobritzsch-Hilbersdorf ein voller Erfolg werden würde. Doch konnte man das schon vorher ahnen, denn immerhin war die Veranstaltung am Samstagabend, die diesmal im großen Saal des Hilbersdorfer Restaurants "bei Zwillings" stattfand, mit 130 Gästen restlos ausverkauft.

Dass die Blaskapelle aufspielte, hatte einen guten Grund. Der Gemeindeball bot zum dritten Mal den Rahmen für die Verleihung der Bürgerpreise an zwei Persönlichkeiten, die sich um das Wohl und Wachsen der fünf Ortsteile verdient gemacht haben. Einer der beiden Preisträger für das Jahr 2018 ist Klaus Opitz, seines Zeichens seit mehr als 30 Jahren Leiter der Kapelle. Seine Kameraden ließen sich es nicht entgehen, ihm ihren Dank musikalisch zum Ausdruck zu bringen.

Zuvor war der andere Bürgerpreis an Hubert Butze aus Sohra verliehen worden, dessen Engagement im dortigen Heimatverein, aber auch in der Feuerwehr von Laudatorin Sigrid Edinger nicht genug gewürdigt werden konnte. Entsprechend gerührt war der Geehrte.

Ein Thema an diesem Abend war aber vor allem die am 27. Januar erfolgte Wahl von René Straßberger zum neuen Bürgermeister der Gemeinde. Am 24. April übernimmt er das Amt von Volker Haupt, der nach fast 29 Jahren nicht wieder angetreten war. Ein bisschen komisch war es für Haupt schon, zum letzten Mal den Ball als Gemeindechef zu erleben. "Aber ich habe es ja so gewollt", meinte er. "Doch etwas Wehmut ist schon dabei." Nichtsdestotrotz stehe er zu seiner Entscheidung, und zwar aus gutem Grund. "Man soll einen Staffelstab im Lauf weitergeben, und nicht, wenn man am Boden liegt", so Haupt. "Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde einen guten neuen Läufer gefunden hat."

Und dieser neue Läufer, René Straßberger, nutzte die Gelegenheit, sich unter Beifall bei den Bürgern von Bobritzsch-Hilbersdorf zu bedanken. "Ganz ehrlich, ich war überzeugt, dass wir erst an diesem Sonntag eine Wahlentscheidung haben werden", meinte er Bezug nehmend auf einen zweiten Wahlgang, der am 10. Februar hätte stattfinden sollen. "Aber da es so nicht gekommen ist, können wir heute etwas länger feiern."

Und das taten die Anwesenden dann auch hingebungsvoll. Schnell war auf der Tanzfläche kaum noch Platz und es ging beschwingt in die Nacht. Die Veranstaltung hat sich im Kalender der Gemeinde fest etabliert. Seit drei Jahren findet sie stets in einem anderen Ortsteil statt. Im kommenden Jahr ist, nach Niederbobritzsch, Sohra und nun Hilbersdorf Oberbobritzsch vorgesehen.


Hubert Butze, Sohra: Organisiert Feste, Feiern, Vorträge ...

Hubert Butze ist ein waschechter Sohraer. Schon jahrzehntelang war der heute 60-Jährige in der freiwilligen Feuerwehr seines Ortes tätig, als die Vorbereitungen für das erste Heimatfest von Sohra im Jahr 2008 ein neues Tätigkeitsfeld eröffneten. Gemeinsam mit Jürgen Schaarschmidt rief er den Heimatverein ins Leben, der über das Fest hinaus bis heute Bestand hat und dessen Vorsitz Butze 2015 gesundheitsbedingt abgeben musste. Butze organisierte in der Vergangenheit Kinderweihnachtsfeiern, Grillabende, Ausstellungen oder Vorträge. Über den Bürgerpreis freue er sich sehr. "Aber viele andere haben ihn ebenfalls verdient", sagt Butze. "Deshalb kann ich ihn nur stellvertretend entgegennehmen." (wjo)


Klaus Opitz, Niederbobritzsch: Seit 1962 bei der Blaskapelle

Klaus Opitz zeigte sich tief ergriffen vom Glückwunsch "seiner" Blaskapelle, der der 71-jährige Ur-Niederbobritzscher seit 1962 angehört und in der er als Hornist debütierte. Doch ist er musikalisch ein echtes Multitalent, denn er beherrscht daneben noch Trompete, Klarinette, Saxophon, Klavier, Geige, Akkordeon und Mundharmonika. Sein Können vermittelt er seit 35 Jahren dem Kapellennachwuchs, und die meisten der heutigen Musikanten hat er angelernt. "Auch den künftigen Bürgermeister René Straßberger", lacht Opitz, dessen Vater 1952 Gründungsmitglied der Blaskapelle war. Unermüdlich, so Laudator Martin Schneider, sorge Opitz für die Weiterentwicklung der Kapelle. Dafür gebühre ihm großer Dank. (wjo)

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