Bundesprominenz kommt nach Mittelsachsen

Wenige Tage vor der Sachsen-Wahl werben Vertreter aller Parteien um Stimmen in der Silberstadt.

Freiberg.

Die Politprominenz aus Berlin lässt sich in der Freiberger Region normalerweise nicht vor Wahlen sehen. Das ist diesmal anders. Das Spitzenpersonal des Bundes hat die Bergstadt für sich entdeckt. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ging am Montag am Obermarkt auf Tuchfühlung mit den Bürgern. Am gestrigen Dienstagabend beispielsweise machte Grünen-Chef Robert Habeck auf dem Schlossplatz Wahlkampf.

Am 27. August wird CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn auf Einladung seines Parteifreunds Steve Ittershagen im Kreiskrankenhaus erwartet. Zwei Tage danach kommt der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen nach Augustusburg in das Freizeitzentrum Rost's Wiesen. Bereits Ende Juli erläuterte der ehemalige Ministerpräsident von Bayern und Ehrenvorsitzende der CSU, Edmund Stoiber, im Freiberger Hotel Kreller seine Sicht auf die Politik in Deutschland und Europa.


Warum aber geben sich die Politiker aus der ersten Reihe zurzeit die Klinke in die Hand? Im Gespräch mit der "Freien Presse" machte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil deutlich, dass es für die Sozialdemokraten jetzt darauf ankomme, Vertrauen zurückzugewinnen. "Wir ducken uns nicht weg", so der 41-Jährige. Themen, die die Menschen bewegen, müssten aufgegriffen werden. Klingbeil nannte unter anderem den Zustand der Straßen, den schleppenden Ausbau des schnellen Internets und die von der Regierungskoalition forcierte Einführung der Grundrente. "Die Frage, die sich viele stellen ist, wie kann ich im Alter vernünftig leben." Allein rund 240.000 Sachsen würden nach den Worten des sächsischen SPD-Generalsekretärs Henning Homann von der Grundrente für alle profitieren.

Um die Sorgen und Nöte der Menschen mitzubekommen, sei, so der Sozialdemokrat, der persönliche Kontakt mit den Bürgern vor Ort wichtig. Für den Niedersachsen ist es auch eine Frage des sozialen Zusammenhaltes, knifflige Themen und Regionen nicht auszuklammern, in denen die Sozialdemokratie einen schwierigen Stand hat. Hausbesuche, wie Klingbeil sie seit elf Jahren in seinem "konservativen Wahlkreis" absolviere, aber beispielsweise auch Küchentisch-Gespräche von Sachsens SPD-Chef Martin Dulig gehörten dazu. "Das ist manchmal mühsam", räumte Klingbeil ein. Aber es zahle sich aus.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...