"Buntes Haus" endlich wieder einmal voll

Rund 120 Leute haben den Freiberger Mehrgenerationentreff zum Tag der offenen Tür am Freitag besucht. Dabei kamen auch Probleme zur Sprache.

Freiberg.

Solches Gewusel hat es im "Bunten Haus" schon lange nicht mehr gegeben: Zum Tag der offenen Tür am gestrigen Freitagnachmittag nutzten rund 120 Gäste die Gelegenheit, sich über die Angebote des Mehrgenerationenhauses, das sich in Trägerschaft des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschland befindet, zu informieren.

Die Infostände waren dicht umlagert. So stellten sich Sprachkurse, Tablet-Lehrgänge, Töpfern, Bastelgruppe, Lesecafé, aber beispielsweise auch Betreuungsangebote vor. Für letztere hat Gabi Uhlig den Hut auf. Sie kümmert sich um die rund 25 Alltagsbegleiter. "Viele Leute wissen nicht, dass es die Unterstützung gibt", so Gabi Uhlig. Wer gern jemanden betreuen will oder wer selbst Hilfe benötigt, könne sich bei ihr melden. "Wir versuchen gerade, ein Netzwerk für den ländlichen Raum aufzubauen." So sei eine Zusammenarbeit mit Sonja Langer geplant, die als selbstständige Beraterin eine Rundum-Pflegeberatung anbietet. Auch Grit Heinrich, die behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen beim Einstieg ins Berufsleben begleitet, stellte ihre Arbeit vor.

Neben Torten und Kuchen, die die Frauen vom Kuchenbüffet gebacken hatten, gab es diesmal internationale Gerichte. Dazu gehörten afghanische Spezialitäten, wie Reis mit Möhren, Rosinen und Lamm sowie mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen. "Es ist schon sehr viel gegessen worden", sagte Farida Alami am frühen Nachmittag und freute sich sichtlich darüber. Die Leiterin der Nähstunde und ihre Kursteilnehmerinnen hatten diese Speisen gekocht.

Beim Rundgang zeigte Muaiad Ibrahim, neuer Koordinator des "Bunten Hauses", auf mit Reis gefüllte Weinblätter: "Die hat meine Frau gestern bis Mitternacht gerollt." Der in Syrien geborene, in Deutschland promovierte Jurist leitet den Mehrgenerationentreff seit Juni. Anfang des Jahres hatte es in der Leitung des Hauses und im Kindertreff Personalveränderungen gegeben, die bei Besuchern und Ehrenamtlern umstritten waren. "Inzwischen läuft es gut", schätzt Ibrahim ein. Allerdings bemängeln Ehrenamtler, dass er im Haus nicht so wie die Gründerin und langjährige Leiterin Birgitt Pasternak oder ihre Nachfolgerin Sylvia Richter präsent, sondern meist in seinem Büro sei. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, Schirmherrin des einzigen mittelsächsischen Mehrgenerationenhauses, hatte jüngst "mehr Transparenz, mehr Gemeinsamkeit und bessere Kommunikation zwischen allen Ebenen" gefordert. Dazu sagte Muaiad Ibrahim auf Anfrage: "Ich muss mich erst mal einarbeiten, es ist viel Büroarbeit, viele Emails." Alle sechs Monate plane er ein Gespräch mit den Ehrenamtlern. Und seine Tür stehe immer offen.

Im Kindertreff wird Leiterin Katrin Schlude jetzt von einer Sozialpädagogin unterstützt. "Der Zuspruch hat wieder deutlich zugenommen. An manchen Tagen sind bis zu 15Kinder und Jugendliche hier", sagte Katrin Schlude.

Den beiden Freibergerinnen Monika Nestler (65) und Erika Hübner (69) gefiel es beim Tag der offenen Tür. "Ich war früher immer zum Kaffeetrinken hier, vielleicht komme ich mal wieder", sagte Erika Hübner.

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