"Buntes Haus" hat neuen Koordinator

Muaiad Ibrahim leitet jetzt das Mehrgenerationenhaus. Im Kindertreff soll eine weitere Sozialpädagogin eingestellt werden.

Freiberg.

Wochenlang hat sich das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) Sachsen bedeckt gehalten - jetzt geht der Träger des "Bunten Hauses" mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Demnach ist der in Syrien geborene, in Deutschland promovierte Jurist Muaiad Ibrahim der neue Koordinator des Mehrgenerationenhauses. Er tritt die Nachfolge von Sylvia Richter an, die im April vom CJD versetzt worden war. Als Interimschefin hatte danach Yvonne Mitterer agiert. Im Kindertreff soll ab 5. August eine weitere Sozialpädagogin die Mitarbeiterin Katrin Schlude unterstützen. Und: Für das Haus ist im CJD Sachsen nicht mehr Fachbereichsleiterin Heike Schmidt, sondern ihr Kollege Martin Nieher, ebenfalls Fachbereichsleiter, zuständig.

In den vergangenen Monaten hatten Besucher und Ehrenamtler wiederholt Befürchtungen zur Zukunft des "Bunten Hauses" geäußert. Auch die langjährige Leiterin Birgitt Pasternak, die jetzt im Ruhestand ist, sieht das einzige mittelsächsische Mehrgenerationenhaus in Gefahr. Denn seit Sylvia Richter und der ebenfalls vom CJD versetzte Kindertreffleiter Thomas Starke nicht mehr in dem Treff sind, hat dieser deutlich weniger Besucher. In Spitzenzeiten zählte das Haus bis zu 650Nutzer in der Woche.


Laut Pressemitteilung stellte sich Ibrahim bereits Vertretern der Stadt Freiberg, des CJD Sachsen in Freiberg sowie Ehrenamtlichen und Honorarkräften des "Bunten Hauses" vor. Der in Syrien geborene und in Deutschland promovierte Jurist ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt seit 2005 in Sachsen. Er engagiert sich laut CJD seit Jahren für die Stärkung interkultureller Verständigung und die Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zuletzt war Ibrahim bei der Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung des Landkreises Mittelsachen tätig. Er freue sich sehr auf die neuen Aufgaben. "Die Vielfalt und unsere Einigkeit sind die zentralen Elemente, die uns in unserer gemeinsamen Arbeit für die Nutzer und Nutzerinnen der Angebote des Mehrgenerationenhauses voran bringen werden", wird er in der Pressemitteilung zitiert.

Seine offene Tür sei eine Einladung an alle, sich konstruktiv an der Zusammenarbeit zu beteiligen. Ab jetzt solle eine neue, gemeinsame Geschichte geschrieben werden. In absehbarer Zeit sei ein Tag der offenen Tür für alle Interessierten geplant. Alle bisherigen Angebote bleiben laut Fachbereichsleiter Nieher bestehen.

Im Kindertreff sollen wie bisher die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, so CJD-Sprecherin Corinna Thamm. Landkreis und Träger seien sich einig, dass sich ein Teil der Arbeit im Kindertreff auf die politische Bildung fokussieren sollte. Was das genau bedeutet, sagte Thamm auf Nachfrage der "Freien Presse" nicht.

Das Landratsamt war laut einem Sprecher bislang mit der offenen Jugendarbeit im "Bunten Haus" zufrieden. Eine neue Konzeption liege der Kreisbehörde nicht vor. "Wir gehen davon aus, dass die neuen Fachkräfte die gute Arbeit im offenen Kinder- und Jugendtreff entsprechend fortsetzen", so der Sprecher.

Heidi Hinkel ist Stadträtin (Freie Wähler) und Leiterin der Hinkelsingers, die im "Bunten Haus" proben. Sie wundert sich: "Ich war schon zum zweiten Mal, seit Sylvia Richter nicht mehr da ist, nicht zu einer CJD-Veranstaltung für Ehrenamtler eingeladen. Dabei habe ich extra meine Adresse hinterlassen." Hinkel bedauert, dass es im "Bunten Haus" wohl keinen Kuchenbasar mehr geben wird: Das hatten die Organisatoren beim letzten Tortenbüfett Anfang Juni angekündigt. Auf Anfrage sagt CJD-Sprecherin Thamm, dass "das Einstellen von gut angenommenen und bewährten Angeboten zu keinem Zeitpunkt Gegenstand von internen Diskussionen" gewesen ist. Die Frage nach derzeitigen Besucherzahlen lässt sie unbeantwortet.

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