Buntes Leben - nicht nur auf Bildern

Alina Budnitzki stellt ihre Werke in Freiberg aus. Wortgewalt und starke Bilder prägen auch die Komödie "Der Frieden".

Lacher garantiert: Peter Hacks "Der Frieden" nach der gleichnamigen Komödie von Aristophanes besticht durch Humor. "Und die Antike greift etwas derber zu, zum Beispiel was die Gerüche aus dem Publikum betrifft", sagte Intendant und Regisseur Ralf-Peter Schulze schmunzelnd zur jüngsten Matinee im Freiberger Theater. Am Samstagabend hat "Der Frieden" Premiere. Peter Hacks (1928 bis 2003) war einer der meist gespielten Dramatiker der DDR. "Der Frieden" wurde 1963 im Deutschen Theater uraufgeführt. Die Musik für die Komödie stammt großteils von André Asriel. Er hatte sie für die Uraufführung für eine Jazzband komponiert. Das Freiberger Theater besorgte Asriels handschriftliche, teils schon etwas verblichene Noten - und Mitglieder der Mittelsächsischen Philharmonie spielten die eingängige Musik neu ein. Zur Matinee begleitete Korrepetitorin Hui-Won Lee die Schauspieler am Klavier.

In Freiberg war die Komödie "Der Frieden" schon einmal im Jahr 1981 zu sehen, erinnerte sich der Freiberger Theaterfreund Erhard Götz am Rande der Matinee. Damals schlüpfte Schauspieler Eberhard Böttrich in die Rolle des Weinbauern Trygaios. Im Freiberger Theaterarchiv gibt es noch ein Programmheft aus dieser Zeit (siehe Foto). "Ich freue mich schon auf die Komödie", so Götz.


Dass die griechische Komödie der hohen Form der Tragödie in nichts nachstehe, sondern ihr ebenbürtig sei, erläuterte Dramaturg Matthias Wolf. Die Peter-Hacks-Gesellschaft mit Sitz in Berlin habe sich sehr gefreut, als sie hörte, dass "Der Frieden" in Freiberg gespielt wird. Wolf: "Es ist eine wunderbare Vorlage, auf die Sie sich freuen können. Es ist das Feinste vom Feinen." Zugleich verwies der Dramaturg auf drei Eigenschaften der griechischen Komödie. Erstens ist sie politisch und sucht das Gespräch mit dem Publikum. "Die halbe Bürgerschaft nahm an den Vorstellungen teil", erläuterte Wolf. Konflikte mit den Mächtigen seien ausgetragen worden. Zweitens ist sie obszön und will "das Lachen über alles und jeden möglich machen", so Wolf. Und drittens spiele der Fruchtbarkeitskult eine große Rolle. Darsteller hätten oft einen riesigen Phallus vor sich hergetragen. Viele der knapp 30 Besucher der Matinee lachten.

Fröhlich ging es auch zu, als Ausstatter Peter Gross den überdimensionalen Mistkäfer demonstrierte, auf dem Weinbauer Trygaios (Martin Ennulat) zum Olymp reitet, um die Friedensgöttin zu befreien. Gross, der in Freiberg bereits den "Gestiefelten Kater" ausgestattet hat, galoppierte auf dem sonderbaren Wesen entlang der Zuschauerreihen.

Teils heiter, teils eher nachdenklich waren die Szenen und Lieder, die Franka Anne Kahl (unter anderem als Tochter des Trygaios), Anton Andreev (Erster Sklave), Robert Kapelle (Zweiter Sklave) und Michael Berger (Hermes) in der Matinee darboten. Eine Sternstunde war "Das Lied der Fahne", gesungen von Franka Anne Kahl als Eirene. Langer Beifall. Für die Premiere am Samstag, 19.30 Uhr, gibt es noch Karten. Nach der Premiere findet eine öffentliche Premierenfeier in der Weinbar im Theater statt.

Leuchtende Farben prägen die Menschenporträts und Tierbilder von Alina Budnitzki. Die in Kasachstan geborene Hobbykünstlerin zeigt ihre Arbeiten derzeit in der Ausstellung "Buntes Leben" in der Filiale der Deutschen Bank am Freiberger Platz der Oktoberopfer. Die junge Künstlerin, Jahrgang 1986, gestaltet ihre verschiedenen Gemälde und Zeichnungen in Öl, Acryl, Aquarell und Pastell. Alina Budnitzki ist im Rechenzentrum der TU Bergakademie Freiberg tätig. Die junge Frau malt übrigens auch Tiere und Menschen als Auftragsarbeiten. Interessierte können sich auf ihrer Internetseite informieren. Die Ausstellung in der Deutschen Bank ist bis August zu sehen. (mit mer)

www.alina-art.de

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