CDU-Kandidat tritt noch einmal zur Landratswahl an

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Der Döbelner OB, Sven Liebhauser, startet erneut in den Wahlkampf. Für den Kreisvorstand seiner Partei ist das Zurückziehen der Bewerbung nach Platz zwei beim ersten Wahlgang keine Option. Bei der AfD ist es noch offen.

Freiberg/Döbeln.

Allen Zweiflern an seiner Kandidatur ist Sven Liebhauser am Mittwoch entgegen getreten mit einer klaren Aussage: "Jetzt erst recht." Damit kündigte er seine Entscheidung an, auch für den zweiten Wahlgang zur Landratswahl in Mittelsachsen anzutreten. Das sei das Ergebnis einer Beratung im CDU-Kreisvorstand. "Wir haben mit 30 Prozent einen guten zweiten Platz eingefahren. Das ist für mich ein klarer Auftrag sowie eine Verpflichtung", sagte Liebhauser zur Bewertung des Wahlergebnisses vom Sonntag, bei dem sein parteiloser Mitbewerber Dirk Neubauer mit klarem Vorsprung den höchsten Stimmenanteil von über 40 Prozent eingefahren hatte und der Konkurrent von der AfD, Rolf Weigand, knapp hinter Liebhauser lag. Es sei aber keine Option gewesen, den Wahlvorschlag der CDU zurückzuziehen, so Liebhauser auf Nachfrage.

Für den zweiten Wahlgang gelte es nun, insbesondere der bürgerlichen Mitte in Mittelsachsen ein Angebot zu machen. "Ich werbe hier um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung", sagte Liebhauser, der auch CDU-Kreisvorsitzender ist. Die Wahlbeteiligung hatte in Mittelsachsen am vergangenen Sonntag bei 48,5 Prozent gelegen. Bei seinem Wahlprogramm werde es jetzt keine Veränderung geben, sagte Liebhauser, der sich auf die Schwerpunkte Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und bürgernahe Verwaltung konzentrieren will.

In der ersten Analyse der Wahlergebnisse sieht auch der Christdemokrat, der Döbelner Oberbürgermeister ist, eine Dreiteilung des Landkreises. Er habe in den Kommunen des Altkreises Döbeln die höchsten Stimmanteile erhalten, während der von Linken, SPD und Grünen unterstützte Einzelkandidat Neubauer in den Regionen Mittweida und Rochlitz sowie Teilen der Freiberger Region die größte Zustimmung erfahren hatte. AfD-Kandidat Weigand lag in der Umgebung seines Heimatortes Großschirma vorn. "Da gilt es jetzt, die Kräfte zu mobilisieren, um auch in den anderen Regionen zu den Menschen durchzudringen", sagte Liebhauser.

Noch bis zum Freitagabend können die Kandidaten ihre Wahlbewerbung zurückziehen. Wahlgewinner Dirk Neubauer hatte das für sich schon ausgeschlossen. Die Entscheidung der CDU kommentierte er nicht näher: "Ich habe mich bisher nicht mit den Mitbewerbern auseinandergesetzt und tue das auch jetzt nicht", so Neubauer.

AfD-Kandidat Weigand hatte zwar am Wahlabend angekündigt, dass er erneut antreten werde. Am Mittwoch hat er nun auf Nachfrage der "Freien Presse" aber erklärt, dass darüber in einer Mitgliederversammlung des AfD-Kreisverbandes am Donnerstag final entschieden werden soll. Damit ist noch offen, ob zwei oder drei Bewerber auf dem Stimmzettel stehen werden. "Wir werden das basisdemokratisch diskutieren", sagte Weigand. Er selbst bewertete das Wahlergebnis vom Sonntag als "gutes Ergebnis", wenn man bedenke, dass die AfD zum ersten Mal bei einer Landratswahl einen Kandidaten nominiert hat. Weigand verwies bei der Bewertung aber auch auf die geringe Wahlbeteiligung. "Nun gilt es darüber zu diskutieren, ob wir Ansätze für eine höhere Beteiligung im zweiten Wahlgang sehen", sagte der 38-Jährige.


Kommentar: Zeit derSpekulation

Es ist die spannende Frage vor dem zweiten Wahlgang zur Landratswahl: Wer von den drei Kandidaten zieht noch seine Bewerbung zurück? Und wenn ja, was könnte das für die Stimmenverteilung am 3. Juli bedeuten? Nach dessen Wahlsieg tritt selbstverständlich der von SPD, Linken und Grünen unterstützte Einzelbewerber wieder an. Doch auf den deutlichen Abstand zu den Mitbewerbern kann der auch nicht bauen, sollte sich einer zurückziehen. Aber was passiert, wenn nicht mehr zwei Kandidaten um das Lager der konservativen Wählerschaft konkurrieren und das zuletzt oft beschriebene "Gespenst" vom ersten AfD-Landrat keine Relevanz mehr hat - es womöglich vielen Leuten egal ist, welche Alternative zur Alternative gewinnt. Man kann noch über das Verhalten des Drittplatzierten vom Sonntag spekulieren. Dass jetzt der AfD-Bewerber erst noch einen Stimmungstest im Kreisverband für die Entscheidung zum zweiten Wahlgang abwartet, lässt zumindest aufhorchen. Sollte er seine Bewerbung zurückziehen, könnten die Chancen des CDU-Kandidaten steigen. Dessen Entscheidung für den zweiten Wahlgang erschien nicht selbstverständlich angesichts des klaren Vorsprungs des parteilosen Einzelbewerbers und des geringen Abstands zum AfD-Kandidaten. Entscheidend dürfte am Ende die Wahlbeteiligung sein und das macht es für alle spannend: Wer kann wie viele Anhänger überzeugen, noch einmal in großer Anzahl zur Wahl zu gehen?

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