Corona: Das ist die Lage am Freitag in Mittelsachsen

Die Hotline: Das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes in Mittelsachsen ist täglich, 9 bis 16 Uhr, und Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr unter der 03731 799-6249 erreichbar. Die Notfall-Hotline der Stadt Freiberg wird erweitert und ist nun auch am Wochenende von 9 bis 13 Uhr besetzt. Bisher war sie nur zu den Öffnungszeiten der Verwaltung zu erreichen. Laut Stadtsprecherin Katharina Wegelt rufen täglich zehn bis 20 Leute an.

Fälle: Im Landkreis Mittelsachsen gibt es Stand Freitag 24 Fälle. Von den elf neuen Erkrankten stammen sieben aus dem Raum Freiberg und vier aus dem Raum Mittweida. Erstmals gibt es zwei Fälle in den Räumen Freiberg und Mittweida, wo nicht ermittelt werden kann, wie sich die Personen infiziert haben.  Fünf Erkrankte im Alter von 20 bis 65 Jahren wurden durch Kontaktpersonen infiziert und bei vier Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer. 68 Personen befinden sich in Quarantäne. 

Kitas: Sachsens Staatsregierung und die Kommunalen Spitzenverbände haben sich am 20. März 2020 zur Erstattung von Kitagebühren verständigt. "Für den Zeitraum der Schließung von Kindertageseinrichtungen, Orten der Kindertagespflege und Horten werden keine Elternbeiträge erhoben", heißt es in einer Pressemitteilung des Kultusministeriums. Bis zu einer gesetzlichen Regelung würden demnach die Städte und Gemeinden in die Vorfinanzierung gehen. Die Kosten beliefen sich auf rund 28,3 Millionen Euro.

Tivoli: Das Tivoli in Freiberg stellt ab dem 21. März den gesamten Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb ein. Alle bereits gekauften Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.

Unterricht via Skype: Seit Freitag dürfen auch die 66 Honorarlehrer an der Musikschule Mittelsachsen ihren Schülern Unterricht per Skype anbieten. Das sagte Kathrin Hillig, Geschäftsführerin der Mittelsächsischen Kulturgesellschaft, auf Anfrage. Die 32 festangestellten Lehrer boten ohnehin bereits digitalen Unterricht an.

Eltern, deren Kinder von einem Honorarlehrer unterrichtet werden, hatten sich an die "Freie Presse" gewandt, weil ihre Kinder nicht mit alternativen Unterrichtsmethoden weiter lernen durften. "Warum wird da ein Unterschied zwischen festangestellten Lehrern und Honorarlehrern gemacht? Für die Kinder ist der Instrumentalunterricht auch in Zeiten der Corona-Krise ein Stück Normalität sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung", so eine Mutter. Jetzt änderte die Musikschule die Regelung. Allerdings können laut Hillig nicht alle 2139 Schüler digitalen Unterricht erhalten. Denn teils sei die technische Ausstattung am Wohnort der Lehrer noch nicht vorhanden ist, teils die Internetverbindungen im ländlichen Raum nicht ausreichend. Zudem würden nicht alle Kunden den digitalen Unterricht als gleichwertig betrachten. (hh)

Freiberger Dom: Ab sofort stellt der Freiberger Dom an jedem Sonntag eine Andacht als Video-Clip online. Zur Zeit finden in Freibergs Wahrzeichen keine Gottesdienste und Konzerte statt.

Talsperre Kriebstein: Seit mehr als 20 Jahren sorgt der Verein Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus) gemeinsam mit dem Zweckverband der Talsperre Kriebstein zu Ostern an der Talsperre für einen märchenhaften Auftakt in die Saison. Auch mit Eis und Schnee wurde man hier schon fertig. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Angesichts der Corona-Krise und der Gefahr einer weiteren Verbreitung des Virus hat der Verein Miskus entschieden, die traditionelle Osteraktion am 10. April an der Talsperre Kriebstein abzusagen. Am Freitagvormittag hat auch der Zweckverband Kriebsteintalsperre für die von ihm betriebene Schifffahrt Konsequenzen gezogen. Wie Zweckverbandsgeschäftsführer Thomas Caro mitteilte, wird es entgegen der ursprünglichen Planung für den Saisonstart am 10. April auch keine Rundfahren auf der Talsperre mit den beiden Fahrgastschiffen "Kriebstein" und "Hainichen" geben. Lediglich ein Fährschiff soll ab 1. April nach Fahrplan verkehren, genauso wie die Personenfähre für die Verbindung zwischen Lauenhain und Ringethal verkehren soll. Alle drei Campingplätze an der Talsperre sind für Kurzzeit-Camper gesperrt, so Caro. Auf den Plätzen dürfen sich nur Dauercamper und dort ansässige Siedler aufhalten. Die Mehrzweckhalle im Talgut Lauenhain, die ebenfalls zum Zweckverband gehört, bleibt geschlossen.  Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 19. April.(jl)

Wochenmarkt: Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die meisten Geschäfte schließen, auch an Wochenmärkten darf nicht mehr alles verkauft werden. Daher haben die Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Rochlitz am Donnerstag zwei Händler des Wochenmarkts nach Hause geschickt. Sie wollten laut Hauptamtsleiter Mario Rosemann Bekleidung beziehungsweise Leder- und Textilwaren verkaufen. (acr)

In Mittweida hingegen gibt es für fliegende Händler keine Einschränkungen (FP+).


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