Corona-konform: Freibergs OB schenkt Glühwein aus

Die Kreisstadt will Folgen der Coronakrise auch 2021 abfedern. Aktuell appelliert Sven Krüger an die Freiberger - und startet eine besondere Aktion.

Freiberg.

Adventzauber bei herbstlichen Temperaturen und ohne Weihnachtsmarkt: Einwohner und Gäste der Bergstadt sollen auf Weihnachtsstimmung dennoch nicht verzichten. Die Stadtverwaltung stellt dafür Buden in großem Abstand in der Altstadt auf. Ab 24.November soll Weihnachtszauber einziehen. Eine Bude hatte am gestrigen Donnerstag bereits Premiere: Neben dem Rathaushauseingang schenkt Oberbürgermeister Sven Krüger aus. Der Rathauschef hat dafür eigens die notwendige Reisegewerbegenehmigung beantragt.

Das Stadtoberhaupt wirbt für die neue Silberbaude: Corona-konform, wie Krüger betont, schenkt er Glühwein to go aus. An jedem Donnerstag und Freitag, 15 bis 17 Uhr gibt es Glühwein und alkoholfreien Punsch zum Mitnehmen in Bechern, die zu 100 Prozent recycelbar sind. Nicht alle müssen zahlen: "Wer einen Kassenbon über einen Einkauf aus den letzten sieben Tagen über 20Euro in einem Geschäft in der Innenstadt vorlegt, der erhält seinen Glühwein gratis."

Das Angebot entspreche der Corona-Schutz-Verordnung: Der Glühwein dürfe nicht direkt am Stand getrunken werden, und es dürften sich auch keine Gruppen zusammenfinden. Der Erlös kommt einem sozialen Zweck sowie Aktionen zur Unterstützung des innerstädtischen Handels zugute. Die Stadt betreibt den Stand in Kooperation mit der GSM Gastro-Service-Mittelsachsen und der Obstkelterei Heide. Leiter der städtischen Eigenbetriebe sowie Mitglieder des Lions Clubs schenken ebenfalls aus.

Mit der Aktion will die Stadt auch ein Stück Normalität in besonderen Zeiten bieten. "Wir alle sind angehalten, beizutragen, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet", unterstreicht Krüger. Und fügt hinzu: "Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, zu leben. Wir sind aufeinander angewiesen, werden Mitmenschlichkeit und Tradition pflegen." Dabei sei die Adventszeit ganz wichtig fürs Gemüt.

Der Debatte um Corona-Schutzverordnung und Maskenpflicht setzt Krüger seine Initiative entgegen: "Mir ist die Solidarität mit den einheimischen Händlern wichtiger als die Diskussion darum, ob ich ein Stück Stoff vor dem Gesicht trage. Die Diskussion, ob die Maske sinnvoll ist oder nicht, ist irrelevant", sagt er: "Wir können die Krise nur bewältigen, wenn wir als Stadtgesellschaft zusammenhalten und unseren Geschäften, Reisebüros und Gastronomen die Treue halten, die derzeit deutlich weniger Kunden haben." Im Dezember, so hofft er, könnte neben Weihnachtsbuden auch eine Eisbahn eröffnen, falls die Situation es erlaube.

Krüger appelliert, zuversichtlich zu sein, nicht auf die Füße zu schauen, sondern nach vorn, in die Zukunft. Um die Folgen der Pandemie für Händler und Gewerbetreibende in der Stadt zu mildern, will die Verwaltung dem Stadtrat vorschlagen, auch 2021 Sondernutzungsgebühren für Anlagen im öffentlichen Raum wie Biergärten und Werbeaufsteller zu erlassen. Die Räte beraten im Dezember, ob die 2020 eingeführte Regelung weiter gilt. Die Mindereinnahmen für die Stadtkasse werden auf 80.000 Euro für 2020 geschätzt sowie auf 50.000 für 2021.

Bislang hätten sich Kurzarbeit und Auftragsrückgänge auch nicht stark auf die Stadtkasse ausgewirkt, "wir halten an unseren Investitionen bis 2022 fest, sind auch ein stabiler Wirtschaftsfaktor". Finanzielle Auswirkungen erwartet Krüger vielmehr für die Folgejahre. Die Unterstützung durch den Freistaat, etwa beim Abfedern der Kita-Beiträge im ersten Lockdown, und die Zusammenarbeit mit dem Kreis lobt er. (grit)

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