Damit die Feuerwehren fit bleiben

Viel Geld ist nötig, um die Technik und die Fahrzeuge der Brander Einsatzkräfte zu erhalten. Ein Plan zeigt es auf.

Brand-Erbisdorf.

Ob Brand, Unfall, Menschenrettung, tierische Eskapaden oder anderes: Wenn sie gebraucht werden, müssen Feuerwehren schnellstmöglich und gut ausgerüstet zur Stelle sein. Damit das in Zukunft so bleibt, brauchen die Feuerwehren der Stadt Brand-Erbisdorf in den nächsten fünf Jahren 1,2 Millionen Euro. Diese horrende Summe untersetzt der Brandschutzbedarfsplan 2020 bis 2024.

Neben der modernen Ausstattung der Wehren steht ein weiteres Thema im Mittelpunkt: die Erreichbarkeit der Stadtteile, Gewerbegebiete und weiterer Einsatzgebiete. Wie Stadtwehrleiter Nico Geißler erläutert, sind etwa 80 Prozent der gesamten Fläche des Stadtgebietes innerhalb von vier Minuten nach Alarmierung zu erreichen. Allerdings: "Bei zwei Prozent mit dichterer Bebauung schaffen das die Einsatzkräfte nicht", erklärt er. Dazu zählen unter anderem das Gewerbegebiet Süd, die Regionen Am Schacht und Frankenschacht. Auch in der Kohlenstraße, im Silber- und Kirchweg sowie teilweise am Ring der Einheit könnte die Feuerwehr nicht in vier Minuten vor Ort sein. Das gelte ebenso für Mönchenfrei, die Oberreichenbacher Straße, den Lochmühlen- sowie Fürstenweg und knapp die Hälfte des Ortes Gränitz. Das sogenannte Schutzziel besagt, dass die Feuerwehr in 80 Prozent aller Einsatzfälle innerhalb von neun Minuten ab Alarmierung mit neun Kräften vor Ort sein soll. Rückt sie mit 15 Kräften aus, soll sie innerhalb von 14 Minuten vor Ort sein.

Da in Gränitz keine Feuerwehr mehr existiert, sind die Brand-Erbisdorfer auf Hilfe aus anderen Wehren angewiesen. Die Ortsfeuerwehr Gränitz war wegen zu geringer Einsatzstärke im März 2018 abgemeldet worden. Der Bedarfsplan regt nun an, überörtliche Beziehungen näher zu betrachten. Nico Geißler stellt zudem die Idee einer ortsfesten Befehlsstelle ab 2020 in den Raum. Nachgedacht werden müsse wegen der Ortskenntnis - ein großer Vorteil der Feuerwehren - auch über lokale Einsatzleitungen und Dezentralisierungen, wie Brand-Erbisdorfs Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos) ergänzt.

Der Bedarfsplan enthält neben einem Fahrzeugkonzept zudem Aussagen über nötige Ausrüstungen und Ausbildungen. Beispielsweise sollten für die Wehren Brand-Erbisdorf, Langenau und St. Michaelis in den nächsten Jahren weitere Löschfahrzeuge sowie ein Schlauchwagen angeschafft werden. Die Erneuerung der Atemschutztechnik, auch Stromerzeuger und neue Helme sieht der Bedarfsplan vor. "Wichtig wären Navigationsgeräte für Einsatzfahrzeuge und ein Internetanschluss in allen Gerätehäusern", erklärt Nico Geißler. Anforderungen würden weiterhin an die künftige Versorgung mit Löschwasser aus Teichen und Wasserläufen gestellt.

Nicht zu vergessen aber sei die Gewinnung neuer Mitglieder, Ideen dafür seien vorhanden. In den Wehren Brand-Erbisdorf (60), Langenau (36), St. Michaelis (21), Linda (19) und Oberreichenbach (16) sind insgesamt 152 Kameraden aktiv.

Stadtrat Steffen Bartzsch (Freie Wähler) aus Gränitz machte deutlich, dass der Ortschaftsrat wieder eine Feuerwehr im Ort haben möchte. Stadträtin Bianca Beyer (BüfBED) fragte nach Schulungen für die Gränitzer, die sich im Ernstfall ja zunächst selbst helfen müssen. Laut Nico Geißler würden Schulungen bei Interesse im Ort angeboten.

"Wir haben seit 2007 für die Wehren im Fünfjahresrhythmus stets etwa 1 Million Euro ausgegeben", sagt der OB. Die wirtschaftliche Situation der Stadt im Auge behaltend, werde das wohl auch künftig so sein.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...